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BeitragVerfasst: Di 28. Apr 2020, 10:54 
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Registriert: Di 28. Apr 2020, 10:16
Beiträge: 2
Sehr geehrte Damen und Herren,

unlängst habe ich eine Klarinette meines Großvaters vermacht bekommen, die er nach Auskunft meiner Oma bereits wenigstens seit den späten 1950ern bespielt hat. Nach ein wenig Recherche stellt es sich mir nun so dar, dass Ober- und Unterstück aus dem Hause Cl. Wurlitzer (Druck auf dem Schallbecher) stammen und das Mundstück von Lebü. Da wäre die erste Frage, ob das in der Konstellation plausibel noch die Ursprungszusammensetzung sein kann? Auf dem Mundstück ist die Bezeichnung D.R.G.M. eingedruckt, was wohl für die Eintragung des Gebrauchsmusters, desselben steht. Entsprechend vor 1945, oder wurde das Register doch zunächst weitergeführt? "...Zahlreiche Produkte wurden so zwischen 1891 und etwa 1945 mit der Kennzeichnung „D.R.G.M.“ versehen...Wikipedia"
Spannender noch die Frage, wann der Korpus der Klarinette gefertigt wurde? Hier ist lediglich die Nummer 8973 auf dem Oberstück zu finden. Eine so "niedrige" Seriennummer habe ich bei meiner bisherigen Internetrecherche zu Cl.Wurlitzer noch nicht gefunden.
Meine Hoffnung ist nun, dass sie mich bzgl. der bisher aufgekommenen Fragen etwas erhellen können. Im besten Fall direkt oder mit einem Hinweis wo ich suchen kann bzw. an wen ich mich für weitere Infos wenden kann. In jedem Fall danke ich ganz herzlich für die Rückmeldung und wünsche zunächst Gesundheit in dieser Zeit.

MfG

Dennis Volkmann


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BeitragVerfasst: Di 28. Apr 2020, 21:59 
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Mitglied des Museumsvereins

Registriert: Do 26. Jan 2006, 20:44
Beiträge: 475
Wohnort: Markneukirchen
Sehr geehrter Herr Volkmann,

mit der Seriennummer Ihrer Klarinette sind sie wirklich in der Zeitspanne der Fa. Cl. Wurlitzer angelangt, zu der ich leider kein genaueres Raster habe. Aber mit der Information in Ihrer Familie, dass das Instrument schon in den 1950er Jahren gespielt wurde, kommen wir etwas weiter.

Bei uns im Museum gibt es eine Berninger-Wurlitzer-Patent-Klarinette mit der Sr.-Nr. 7403. Diese ist Mitte der 1930er Jahren gebaut worden, das Patent ist von 1932.

Der nächste Fixpunkt liegt dann 1965 bei ca. der Nr. 12600. Zwischendrin kann man aber keine gerade Linie ziehen. Krieg und Nachkriegszeit führten überall zu einem Rückgang der Fertigung, während in den 1930er Jahren für Blasinstrumente Hochkonjunktur herrschte. Der Bedarf marschierender Musikformationen war groß im Dritten Reich, Importe wurden zurückgedrängt und die Stimmtonfestlegung auf 440 Hz entpuppte sich als weiteres Konjunkturprogramm. Somit würde ich ihre Klarinette bereits Ende der 1930er Jahre einordnen.

Dass Clemens Wurlitzer seine Klarinetten von Haus aus mit einem Lebü-Mundstück versehen hat, halte ich für ausgeschlossen. Denn das war ein Produkt der Konkurrenzfirma G. Rudolf Uebel in Wohlhausen. (Lebü ist Übel im Rückwärtsgang.) Aber keinesfalls ausgeschlossen und bis heute gängige Praxis ist es, wenn sich Klarinettisten mit einem Mundstück der Konkurrenz auf ihrem ansonsten geschätzten Instrument wohler fühlen. Das wäre meine Erklärung.
Unklar ist mir die DRGM-Stempelung von Lebü-Mundstücken. Rudolf Uebel hatte zwar zahlreiche Gebrauchsmuster und Patente, aber für ein Mundstück kenne ich keine Eintragung. Nach eigenen Angaben der Firma hatte sich das Lebü-Mundstück bis 1958 bereits 80.000fach bewährt.


Viele Grüße
E. Weller


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BeitragVerfasst: Mi 29. Apr 2020, 8:46 
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Registriert: Di 28. Apr 2020, 10:16
Beiträge: 2
Hallo Herr Dr. Weller,

zunächst vielen Dank für ihre Einschätzung. Dann werde ich einmal abwarten, ob künftig "ähnlich" alte Instrumente (SN) auftauchen. Ggf. wissen deren Besitzer ja noch mehr. Hinsichtlich des Gebrauchsmusterschutzes des Mundstücks werde ich mich mal an das entsprechende Archiv wenden. Gerade wenn dieser in diesem Bereich nicht inflationär beantragt wurde, sollte es relativ einfach zu finden sein.

Ihnen und ihrer Einrichtung wünsche ich alles Gute.

MfG

Dennis Volkmann


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BeitragVerfasst: Mi 29. Apr 2020, 9:11 
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Registriert: Di 02. Okt 2007, 11:17
Beiträge: 1483
Wohnort: 69xxx bei heidelberg
....Der nächste Fixpunkt liegt dann 1965 bei ca. der Nr. 12600....

firmengründung von oskar clemenz wurlitzer war 1910. todesdatum januar 1964.
das sind 54 jahre produktion mit teilweise mit zu 15 heimarbeitern und mitarbeitern.

statistisch sind das 225 instrumente pro jahr, bei der annahme = beginn mit 0, ende mit ca. 12600.

wischenzeitlich hat er noch einen ausflug in die saxophonfertigung unternommen ( kapazität!)

sein nachfolger war dann sein sohn Gerd Wurlitzer der 1941 geboren wurde.

die menge der zahlen/produktion macht mich (wieder einmal) stutzig.


und bitte hier:
https://www.museum-markneukirchen.de/fo ... =13&t=3508
(dank der emsigen arbeit von Dr. Weller)


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