Altsaxophon G.H. Hüller

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Francis
Beiträge: 1
Registriert: Mo 01. Jun 2009, 17:05

Altsaxophon G.H. Hüller

Beitrag von Francis »

Hallo,

habe ein Altsaxophon der Firma G.H. Hüller mit der Seriennummer 17281 erworben. Wer weiss was über diese Firma oder eventl.
etwas über das Herstellellungsjahr. Welches Mundstück könnt ihr empfehlen?

Francis

s.florian
Museumsmitarbeiter
Beiträge: 96
Registriert: Mi 03. Sep 2008, 12:47

Re: Altsaxophon G.H. Hüller

Beitrag von s.florian »

Hallo,

G. H. Hüller ist eine Firma aus dem Musikwinkel, die eine lange Geschichte im Holzblasinstrumentenbau besitzt. Der Firmengründer Gottlob Hermann Hüller machte sich 1878 in Schöneck selbstständig. Seit 1898 firmiert die Firma unter "G. H. Hüller". In den folgenden Jahren erfolgte ein reger Aufschwung für die Firma. Einige andere Firmen wurden übernommen und Hüllers 6 Söhne stiegen ins Geschäft ein. 1921 begann man auch mit der Saxophonproduktion. Zum 50-jährigen Firmenjubiläum 1928 beschäftigte die Firma etwa 100 Mitarbeiter. Inflation und Weltwirtschaftskrise machten der Firma danach zu schaffen. In den 30er Jahren wurden auch alle Arten von Flöten mit in die Produktion aufgenommen. Auch die Musiker der Firma, es bestand ein Saxophondoppelquartett und ein Betriebsorchester, feierten Erfolge. Sie traten als Werbeträger für ihre Firma mehrmals im Rundfunk auf. Ungefähr 90 Beschäftigte arbeiteten für die Firma. 1939 begann der 2. Weltkrieg, man konnte nur noch mit einem kleinen Teil der Belegschaft weiterproduzieren, da ein Großteil zum Militär eingezogen wurde. Nach dem Krieg wurde die Produktion mit den Kriegsrückkehrern langsam wieder aufgnommen. Zahlreiche Instrumente gingen in die Sowietunion als Reparationsleistungen. 1947 wurde der Betrieb teilverstaatlicht. 1972 wurde der Betrieb zum VEB Holzblasinstrumente Schöneck zwangsverstaatlicht. 1975 wurde die Firma dem VEB Blechblas- und Signalinstrumentenfabrik Markneukirchen als Betriebsteil angeschlossen. Die Böhmflötenproduktion wurde komplett nach Markneukirchen verlegt.
Nach der Wende begannen die Verhandlungen über die Zukunft des Betriebes mit zahlreichen Interessenten. Man verblieb im Verband der Vogtländischen Musikinstrumentenfabrik Markneukichen (VMI). Anfang 1991 wird Kurzarbeit angesagt und Ende des selben Jahres wurde die Marke G. H. Hüller eingestellt.

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