Eduard Riedl helikon

Moderatoren: Chantal Horn, Richard Weller, Dr. Enrico Weller, Mario Weller

Antworten
gerard
Beiträge: 22
Registriert: Di 27. Jan 2009, 20:15

Eduard Riedl helikon

Beitrag von gerard »

Hallo
vor einige Wochen habe ich ein altes Helikon erworben. In B gestimmt, spielt ganz gut. Auf dem Trichter heist es Eduard Riedl senior, Graslitz. Seriennummer 124...

The New Langwill-index sagt über Riedl : Brass Instruments, flourished Graslitz a1897 - p1925. Gibt es vielleicht sonst irgendwelche Informationen über das Instrument und den Instrumentenbauer?

Vielen dank und viele Grüsse
Gerard
Dateianhänge
DSC00037 2.JPG
DSC00036 1.JPG
DSC00036 1.JPG (35.49 KiB) 3061 mal betrachtet
DSC00035 3.JPG

s.florian
Museumsmitarbeiter
Beiträge: 96
Registriert: Mi 03. Sep 2008, 12:47

Re: Eduard Riedl helikon

Beitrag von s.florian »

Eduard Riedl ist in Paul de Wits Weltadressbüchern der Musikinstrumentenindustrie von 1926 und 1930 in Graslitz in der Schleifergasse 175 verzeichnet.

Mario Weller
Metallblasinstrumentenbaumeister
Beiträge: 1224
Registriert: So 08. Apr 2007, 16:25
Wohnort: Markneukirchen

Re: Eduard Riedl helikon

Beitrag von Mario Weller »

Hallo Gerad.

Zusätzlich zu Florians Information habe ich noch den ersten Eintrag in ein Weltadressbuch gefunden. Es handelt sich hierbei um die Ausgabe des „Weltadressbuch der Musikinstrumenten-Industrie“, Paul de Wit, Leipzig 1900 auf Seite 156.

Dort ist in Graslitz verzeichnet:
Riedl, Eduard, (vorm. Wilh. Riedl), Kaiserstr. 125, Musikinstr.-Hdlg. Gegr. 1858.

Im Adressbuch von 1909 ist folgendes verzeichnet:
Riedl, Eduard, Kaiserstr. 124, Musikinstr.- u. Saiten-Versandgeschäft.

Wie Sie anhand des angegebenen Gründungsjahres 1858 sehen, handelte es sich um eine alteingesessene Firma. Auch lässt sich durch Ihr Foto der Gravur belegen, dass beim Adresseintrag von 1900 ein Fehler abgedruckt wurde. Nämlich die Hausnummer 125 statt 124.
Bei der Gravur-Angabe "Graslitz 124" handelt es sich deshalb um die genaue Bestimmung der Hausnummer, nicht um eine Serien-Nummer. Diese Art des Hinweises in der Gravur auf die Hausnummer einer Straße des betreffenden Herstellungsortes war damals keine Seltenheit.

Zum Helikon selbst kann ich Ihnen leider keine bestimmten Auskünfte geben, da es sich bei dieser Graslitzer Arbeit und dem Instrumententyp nicht unbedingt um mein Fachgebiet handelt. Einzig das Jahr der Herstellung des Helikons können Sie nach Florians Recherche vor das Jahr 1926 datieren!

Mit freundlichen Grüßen Mario Weller

gerard
Beiträge: 22
Registriert: Di 27. Jan 2009, 20:15

Re: Eduard Riedl helikon

Beitrag von gerard »

Herzlichen dank,
Interessant, das mit den Hausnummer.
Also wenn Ich das gut verstehe, hätte der Eduard Riedl ein Versandgeschäft und war er zurzeit vielleicht nicht oder nicht mehr ein Instrumentenbauer?
Jetzt habe Ich noch mal mit Google gesucht und da fand Ich eine Violine, auch von Eduard Riedl (vorm. Wilh. Riedl, Musikinstrumentenfabr. Graslitz, Böhmen).
Es handelt sich hier wie bei meine Helikon um Eduard Riedl senior. Die hinweisung 'vorm. Wilhelm Riedl' ist in 1909 im Adresbuch nicht mehr da. Könnte man vielleicht annehmen das damit meine Helikon sogar vor das jahr 1909 zu datieren ist?

Freundlichen Gruessen
Gerard
Dateianhänge
viool5.jpg
viool5.jpg (41.52 KiB) 3013 mal betrachtet

Mario Weller
Metallblasinstrumentenbaumeister
Beiträge: 1224
Registriert: So 08. Apr 2007, 16:25
Wohnort: Markneukirchen

Re: Eduard Riedl helikon

Beitrag von Mario Weller »

Hallo gerard.

Über die genauen Daten der Familie Riedl kann ich Ihnen hier leider nicht schreiben. Das würde noch mehr Recherchen und damit auch Zeit bedeuten, welche ich momentan leider nicht habe. Sie müssen wissen, ich bin kein Angestellter des Museums, mache die Forumsarbeit aus Liebe zum Metallblasinstrument und aus Enthusiasmus.
Nur aus den Gedanken heraus: Es gab einen Wilhelm Riedl (sicher der Firmengründer), dessen Sohn Eduard Riedl (sen.) und wiederum dessen Sohn Edurad Riedl jun.
Anhand des Eitnrags "vorm. Wilh. Riedl" aus dem Jahre 1909 ergibt sich kein Ansatz Ihr Helikon genauer zu datieren.

Mit freundlichen Grüßen Mario Weller

Antworten