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Die
Sammlung der Tasteninstrumente ist zahlenmäßig gesehen
nicht so bedeutend wie die anderer Musikinstrumentenmuseen
in Deutschland. Es gibt aber einige interessante Stücke,
die es lohnt, näher zu betrachten.
Um dem Besucher einen klanglichen Eindruck von der Entwicklung
dieser Instrumentengattung vermitteln zu können, gibt
es bei Portativ, Clavichord und Cembalo interessante
Nachbauten aus den letzten 50 Jahren. Ein Hammerflügel
der Firma Pfeiffer aus dem schlesischen Groß-Glogau,
um 1825 gebaut, und ein Tafelklavier von Johann Vogel
und Sohn aus Plauen, um 1860, zeigen die baulichen und
damit verbundenen klanglichen Veränderungen des Klaviers.
Ist der Hammerflügel hinsichtlich des Resonanzkörpers
ähnlich wie das Cembalo gebaut, weist das Tafelklavier
bereits einen gusseisernen Rahmen auf, der das Instrument
stabilisiert und eine straffere Saitenspannung ermöglicht.
Dadurch kommt es zu einer Klangverstärkung und es wird
technisch möglich, das dynamische Spiel von Pianissimo
bis Fortissimo voll auszuschöpfen.
Zu den wertvollsten
Instrumenten der Markneukirchner Sammlung gehört das
Clavichord Inr. 1355. |
Clavichord aus der Werkstatt von Orgelbauer Gottfried Silbermann
um 1750
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Viele Jahre galt es als ein Instrument aus der Werkstatt
des berühmten deutschen Orgelbauers Gottfried Silbermann.
In einer wissenschaftlichen Abhandlung der 1980er Jahre (Herbert Heyde)
wurde Zweifel an der Echtheit des Instrumentes geäußert.
Die Argumentation hat bei uns Mitarbeitern starke Verwunderung
ausgelöst. Das Clavichord wurde dem Museum von Maria
Hilf aus Bad Elster geschenkt. Philipp Wettengel hat
es laut Schreiben an den Stadtrat Markneukirchen am
6.6.1934 abgeholt und an die Firma Walter Merzdorf zu
Reparatur gegeben. |
Der eingeklebte Zettel belegt
Silbermanns Handschrift, zudem weist das Instrument
stilistische Eigenheiten auf, die Silbermanns Werkstatt
belegen.
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Dort blieb es bis 1937. Wettengel hatte es als Instrument
des bekannten Orgelbaumeister Gottfried Silbermann bezeichnet.
Maria Hilf war die Tochter des langjährigen Kapellmeisters
Christoph Wolfgang Hilf, der zahlreiche Verdienste auch
als Silbermannforscher erworben hat.
Der Zettel im Inneren des Clavichords weist eindeutig
die Schriftzüge des großen Meisters auf.
Auch Maße und Dekor der Tasten, die mit echten Silbermann-Instrumenten
verglichen wurden, sprechen für ihn als Erbauer, ebenso
die Saitenlänge von c´´=276 mm (entspricht einer Stimmung
zwischen 420 und 400 Hz). Eine
hundertprozentige Zuordnung wird sich heute kaum ein
Wissenschaftler wagen, da es leider kein eindeutiges
Vergleichsinstrument von Silbermann gibt.
Lediglich bei der äußeren Hülle kann man zu anderen Instrumenten des Orgelbauers keine direkten Parallelen ziehen. Denn er verwendete bei seinen Cembali und Hammerflügeln
meistens naturbelassenes Holz. Das Clavichord jedoch
hat einen Farbanstrich, der bei der Restaurierung durch
die Restaurierungswerkstatt des Leipziger Musikinstrumenten-Museums
1977 in der jetzigen Art festgelegt wurde.
Auf der Innenseite des Deckels befindet sich eine geprägte,
handkolorierte Tapete mit zwei handkolorierten Stichen.
Sie zeigen Kaiser Franz I und Kaiserin Maria Theresa
mit Hinweis auf ihre Geburtsdaten und den Tag ihrer
Krönung.
Vielleicht bringen zukünftige Forschungsergebnisse Aufschluss
über die genaue Herkunft des Instruments, bis dahin
sollte man es allerdings auf Grund der Beweislage als
“aus der Werkstatt des berühmten Orgelbauers Gottfried Silbermann” gelten lassen.
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