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 Betreff des Beitrags: Schediwy Ludwigsburg
BeitragVerfasst: Di 25. Mai 2010, 19:06 
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1916 erhielt Franz Schediwy die Goldmedaille der Künste und Wissenschaften des Friedrichsordens aus den Händen von Wilhelm II. Nach seinem Tod am 5. November
1933 in Ludwigsburg übernahm sein Sohn Franz jun. (1902 in Ludwigsburg geboren) die Nachfolge. Im November 1944, einige Monate vor dem Waffenstillstand, fiel er im Krieg in Frankreich, und hinterliess eine Witwe und drei Söhne im Kinderalter. Dies war das Ende des berühmten Unternehmens Schediwy. Die Werkstatt und die gesamte Ausrüstung wurde dem Musikgeschäft Barth aus Stuttgart vermietet, welches das Personal wieder engagierte und unter die Leitung des Instrumentenbaumeisters Fritz Volz stellte, welchem 1972 sein Schüler Norbert Böpple folgte. Als nun 1995 die Fa.Barth aufhörte übernahm Norbert Böpple die komplette Werkstatt, und Werkzeuge aus rund 100 Jahren Metallblasinstrumentenfertigung , und machte 1996 in Ditzingen, das ganz in der nähe von Ludwigsburg liegt seinen eigenen Meisterbetrieb auf .
Von nun an wurden dort, ganz in alter Tradition Metallblasinstrumente höchster Qualität gefertigt bis zum heutigen Tag. Zu erwähnen wäre noch, das auch Lukas Böpple seinem
Vater in alter Tradition gefolgt ist und mittlerweile auch Metallblasinstrumentenbauer ist.
Die Tradition wird somit weiter geführt .

Auf Die Frage ob Schediwy Teile oder Instrumente aus dem Vogtland bezog , antwortete mir Herr Böpple
das Schediwy zum Teil Meinlschmidt Maschinen verbaute, und auch eine Musikalienhandlung war, die
natürlich auch Instrumente aller Art aus dem Vogtland verkaufte.

Gruß Rainer


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 Betreff des Beitrags: Re: Schediwy Ludwigsburg
BeitragVerfasst: Do 27. Mai 2010, 19:04 
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Franz Schediwy, der Gründer
Franz Schediwy wurde am 28. November 1851 in Daschitz in Böhmen geboren, Er absolvierte seine Instrumentenbauerlehre und sein Musikstudium in Wien, bevor er nach Ludwigsburg bei Stuttgart (Württemberg, Deutschland) übersiedelte, um dort sein Unternehmen 1875 zu gründen.
Seim Ruf wuchs rasch, und seine Instrumente wurden in ganz Europa geschätzt, dann auch in Nord- und Südamerika. Sein Katalog umfasst 7 Seiten von Komplimenten, geschrieben von zahlreichen Dirigenten, Solisten und Orchestermusikern ( u.a. Ludwig Leisering, virtuoser Cornettist von internationalem Ruf – 1899, A. Meichelt, Trompeter und Professor in München- 1891, Paul Handtke, 1. Trompeter der Wiener Ober – 1889, Richardt Kerndt, Hornist der Oper in Venedig – 1901, J. Squarzino, 1. Hornist der Oper San Carlo in Lissabon – 1896, F. Babbe, Hornist in Chicago -1896, uws.).


Erstaunliche Informationen
Der etwa 50-seitige Katalog ist “F. Schediwy, Königlicher Hoflieferant, Ludwigsburg“ überschrieben. Er wurde vermutlich ganz zu Beginn des Jahrhunderts publiziert, wenn man die Daten der Attestationen betrachtet. Ausser den wundeschönen Abbildungen aller angebotenen Modelle (einige Beispiele sind hier wiedergegeben) und den schon erwähnten sieben Seiten von Komplimenten publiziert Franz Schediwy verschiedene Texte von unleugbarem historischem Interesse, wir können nicht umhin, sie vorzustellen:


Reklame ohne Komplexe

Cornet, System Schediwy
(D.R.P. No. 122 540)
“Ist von ersten Künstlern des In- und Auslandes als das Beste aller derartigen Instrumente längst anerkannt.
Schediwy´s Cornete sind keine Trompetinen (sic), auch keine sogenannten Pistons, welche durchweg nichts anderes als kurz gebaute Trompeten sind, deren steifer unbiegsamer Ton seinen Ursprung nie verleugnet.
Schediwy´s Cornet ist ein auf Grundlage des ausdruckfähigsten aller Metall-Blasinstrumente des Waldhorns, gebautes Sopran-Instrument, woraus seine eminente Ausdrucks- und Modulationsfähigkeit, wie Schmiegsamkeit des Tones resultiert.
Derselbe ist von ungemeinen Wohllaut, zart und weich, von voluminöser Fülle, ohne je den hohlen Ton des Flügelhorns anzunehmen. Anderseits besitzt er ein brillantes, glänzendes Timbre, ohne das knatterige Wesen der französischen und englischen Cornette anhaftet, welches namentlich in der Tiefe so unangenehm wirkt.
Schediwy´s Cornet in der Hand eines Künstlers ist imstande, allen Gefühlen Ausdruck zu geben. Es klagt voll Wehmut, es singt voll hinreissendem Schmelz, es jubiliert und schmettert. kriegerische Fanfaren. Es bewahrt aber vom leisesten Pianissimo bis zum stärksten Forte seinen vornehmen Toncharakter. Es folgt in jeder Beziehung den Intentionen des Künstlers. Schediwy´s Cornete sind, wie kein anderes, in der Lage, selbst mit dem vornehmsten Ausdrucks-Mittel in der Musik, dem Gesang und der Violine im Concertsaal zu rivalisieren und ist deshalb ein wirklich salonfähiges Concert-Instrument.
Die Urteile der hervorragendsten Autoritäten, sowie die Stimmen der verschiedensten Zeitungen, welche gelegentlich derartiger Concerte referierten, finden sich einig darin, dass noch nie vorher Metall-Blasinstrumente von solchen Wohllaut gehört wurden, wie die der Schediwy`s Cornete.
Franz Schediwy verstand es, seine Instrumente zu verkaufen, er unterhielt aber auch besondere Beziehungen mit den grossen Künstlern, welche seine Instrumente bliesen:


„Kaiser-Cornet-Quartett in Berlin“
Robert Königsberg, Königl.Kammermusikus, der soeben die Leitung des „Kaiser Quartettes in Berlin“ 1898 übernommen hatte, nachdem dessen Gründer, der berühmte Berliner Trompeter Julius Kosleck sich zurückgezogen hatte, verfasste ebenfalls eine schmeichelhafte Bestätigung, indem er von den Schediwy-Cornets sagte, sie seien „viel vorteilhafter als die bis anhin vorgezogenen französischen Cornets…““. Die Besetzung war ungewöhnlich: zwei Cornets in B, ein Alt-Cornet in tief Es und ein Bass-Cornet in B. Dieses Cornet-Quartett erfreute sich damals grosser Beliebtheit in Deutschland ( wie die in den wichtigsten Zeitungen des Landes eschienenen Kritiken bezeugen).


C. Höhne….?

Der Name Carl Höhnes hat in den letzten Jahren verschiedene Fragen aufgeworfen, besonders seit Hakan Hardenberger seine „Slawische Fantasie“ für Cornet und Piano aufgenommen hat. Es gibt leider wenig oder keine biographischen Informationen über diesen Künstler“. Auf Seite 23 des Katalogs von Schediwy findet man jedoch zwei Briefe von „C. Höhne, königlicher Kammermusikus an der Deutschen Oper Berlin“, datiert von August und 8.Oktober 1895, 5 Auszüge von Kommentaren, die über seine Solokonzerte in Deutshland und in der Schweiz wenigstens einige Hinweise geben-1) Carl Höhne spielte damals eines der berühmten Schediwy-Cornets, 2) er war Mitglied der Hof-Oper Berlin wie die anderen Mitglieder des Bläserquartetts ( gehörte er dazu?, ist er einer der beiden Sopran-Cornetisten der Photographie des Quartetts?), 3) er hat 1895 eine grosse Konzerttournee durch Deutschland und die Schweiz gemacht (insbesondere in Basel) und 4) entzückte seine Virtuosität alle.

Nachfolge

1916 erhielt Franz Schediwy die Goldmedaille der Künste und Wissenschaften des Friedrichsordens aus den Händen von Wilhelm II. Nach seinem Tod am 5. November
1933 in Ludwigsburg übernahm sein Sohn Franz jun. (1902 in Ludwigsburg geboren) die Nachfolge. Im November 1944, einige Monate vor dem Waffenstillstand, fiel er im Krieg in Frankreich, und hinterliess eine Witwe und drei Söhne im Kinderalter. Dies war das Ende des berühmten Unternehmens Schediwy. Die Werkstatt und die gesamte Ausrüstung wurde dem Musikgeschäft Barth aus Stuttgart vermietet, welches das Personal wieder engagierte und unter die Leitung des Instrumentenbaumeisters Fritz Volz stellte, welchem 1972 sein Schüler Norbert Böpple folgte. Als nun 1995 die Fa.Barth aufhörte übernahm Norbert Böpple die komplette Werkstatt, und Werkzeuge aus rund 100 Jahren Metallblasinstrumentenfertigung , und machte 1996 in Ditzingen, das ganz in der nähe von Ludwigsburg liegt seinen eigenen Meisterbetrieb auf .
Von nun an wurden dort, ganz in alter Tradition Metallblasinstrumente höchster Qualität gefertigt bis zum heutigen Tag. Zu erwähnen wäre noch, das auch Lukas Böpple seinem
Vater in alter Tradition gefolgt ist und mittlerweile auch Metallblasinstrumentenbauer ist.
Die Tradition wird somit weiter geführt .

Gruß Rainer
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 Betreff des Beitrags: Re: Schediwy Ludwigsburg
BeitragVerfasst: Do 27. Mai 2010, 19:16 
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 Betreff des Beitrags: Re: Schediwy Ludwigsburg
BeitragVerfasst: Do 27. Mai 2010, 19:38 
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 Betreff des Beitrags: Re: Schediwy Ludwigsburg
BeitragVerfasst: Di 08. Jun 2010, 10:49 
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Vielen Dank für die Info! Ich spiele täglich meine alte Schediwy B-Tuba.
Bilder von meinen Instrumenten finden Sie unter http://www.brasseriet.no Vintage.
Viele Grüsse aus Oslo - Petter

_________________
Petter Utne Börrehaug
http://www.brasseriet.no
Rasmus Winderens vei 35
N-0373 Oslo, Norwegen


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 Betreff des Beitrags: Re: Schediwy Ludwigsburg
BeitragVerfasst: Di 08. Jun 2010, 19:44 
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Museumsmitarbeiter

Registriert: Do 22. Dez 2005, 13:58
Beiträge: 1244
Wohnort: Markneukirchen
Wer dazu einen Beitrag hat, der möge bitte zum Forum Blasinstrumente gehen und den Beitrag dort aufrufen. Dort kann man dann weiterschreiben.
Ich habe ihn hier noch einmal aufgeführt, weil ich ihn für gut halte und meine, dass er nicht in der Masse untergehen sollte.

Heidrun


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