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Forum des Musikinstrumentenmuseums Markneukirchen
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BeitragVerfasst: Mo 10. Okt 2016, 14:01 
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Registriert: Fr 07. Okt 2016, 15:12
Beiträge: 7
Vor dem Wochenende hatte ich mich bereits einmal gemeldet und erbat Rat, wie die Wirbel in ein neu zu bauendes Hackbrett eingesetzt werden.
Weil mir so schnell und umfassend geantwortet wurde, habe ich die Hoffnung, auch jetzt Hilfe zu bekommen.
Es geht immer noch um das Hackbrett, das ich nachbauen muss, da das Originalintrument nicht mehr reparierbar ist, das dazugehörige Schwarzwälder Uhrwerk aber bereits wieder läuft. Was ich immer so wahnsinnig spannend finde: Was für 7 Musikstücke sind auf einer um 1780 gestochenen Walze und die kann man nur hören, wenn das Instrument in Ordnung ist.

Aber zur Sache: Ich brauche einen Klangboden / Klangholz mit den Fertigabmessungen 280 x 660 mm, Dicke ca. 3 mm. Die Firmen, die ich bisher gefunden habe, wollen dafür sehr viel Geld, oder liefern nur in Längen bis 45 cm, also für Gitarren usw. geeignet.
Der alte Resonanzboden sieht auch nicht nach super feinjähriger Hochgebirgsfichte aus. Kann ich einen Rat bekommen, bei dessen Befolgung ich nicht über € 120,00 ausgeben muss. Ich bin in der Lage, mit meiner Kreissäge bis 80 mm tief zu sägen und der Dicktenhobel hat eine Arbeitsbreite von 260 mm, bzw. beim benachbarten Tischler bekäme ich auch 280 mm durch die Abrichte. Ich denke aber auch, wenn man sauber arbeitet, kann man die Holzstreifen auch nach dem Hobeln auf 3 mm sauber zusammenfügen. Anschließend müssen ja auch noch die Versteifungsstege aufgeklebt werden.

Danke für Hilfe.
Gruß
Günter


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BeitragVerfasst: Mo 10. Okt 2016, 21:30 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 446
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Günter,

ich melde mich halt noch mal.

Aus meiner Sicht bringt eine zusammengesetzte Platte keine wirklichen Nachteile - wenn astfreies Holz mit stehenden Jahren(!!) verwendet wird. Ich kenne Streichinstrumente sehr namhafter Meister, deren Decke aus bis zu vier Streifen zusammengesetzt wurde. Wichtig ist aber ein perfektes Hobeln der Fuge und eine einwandfreie Verleimung mit Warmleim (Hautleim).

Das Problem ist aus meiner Sicht eher die gleichmäßige Stärke hinzubekommen. Bei einer Dicktenhobelmaschine dürfte Dir die mühsam gefugte Platte in Stücken um die Ohren fliegen, wenn Du so dünn runtergehst. Da Du wohl keine Berührungsängste mit der Industrie hast, so empfehle ich Dir eher eine Walzen- Schleifmaschine. Auf einer solchen lasse ich mir mein Schablonenmaterial auf 2mm runterschleifen - Ergebnis tadellos. Man kann so eine Platte aber auch mit der Hand hobeln!

Die Brettchen 700 x 70 x 4mm könntest Du ja auf Deiner Kreissäge zusägen, aber woher Du astfreies Fichtenholz in dieser Länge bekommen kannst, das weiß ich leider auch nicht so recht. Wenn Mittenwald, Bubenreuth oder Markneukirchen nicht zu weit weg liegen, würde ich ja da in einem Tonholzsägewerk Deiner Wahl fragen, ob nicht ein verwendbarer Brocken in einer Ecke steht..

Viel Erfolg

Udo
P.S. Dürfen wir denn das ganze Wunderwerk samt Uhr dann mal per Foto bestaunen, gar eine akustische Kostprobe bekommen?!?


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BeitragVerfasst: Mo 10. Okt 2016, 22:35 
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Registriert: Fr 07. Okt 2016, 15:12
Beiträge: 7
Guten Abend Udo,
es freut mich, von Dir so viel Unterstützung zu bekommen und ich denke auch, mit dem Handhobel bin ich am besten bedient. Ich habe einen Freund, einen Österreicher, im Nürnberger Land lebend, aber mit starker Bindung in seine Heimat, wo er viel mit Holz und aufgrund seiner beruflichen Arbeit mit Sägewerken zu tun hat. Vielleicht hat der ja eine Idee.
Als ich den Beitrag schrieb, wollte ich bereits vorschlagen, nach erfolgreichem Abschluß der Arbeiten ein paar Fotos hier im Forum einzustellen und dazu die Klangdateien. In der Tat werden meine Arbeiten von viel Fotodokumenten und Schriftsätzen begleitet, wobei der Höhepunkt dann kommt, wenn man erstmals hörend erlebt, was für Kompositionen auf der Walze verewigt sind.
3 Jahre ruhte meine Arbeit an dieser Sache, teils aus Angst vor der Aufgabe, aber mehr noch, da mir das entsprechend abgelagerte Holz fehlte. Nun hatte ich großes Glück bei einem privaten Besuch im Thüringer Land, wo ich bei einem Bekannten 55 Jahre lang vorzüglich gelagertes Buchenholz fand, was dessen Vater als Polsterer aus seiner DDR-Firma hatte mitgehen lassen. Ich durfte ein Kantholz, ausreichend für meine Bedürfnisse mitnehmen und habe dafür der Orgel in der Dorfkirche, deren Kurator der Bekannte für die Restauration ist, eine gute Spende zukommen lassen.
Entschuldige, bei mir gerät die Schreiebrei immer aus den Fugen, aber ich melde mich wieder.
Herzliche Grüße
Günter


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