Bitte um Hilfe bei einer (späten?) Musima Dreadnought

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barrè
Beiträge: 2
Registriert: Di 30. Apr 2019, 23:47

Bitte um Hilfe bei einer (späten?) Musima Dreadnought

Beitrag von barrè »

Liebes Expertenteam,

zunächst einmal Glückwunsch zu diesem informativen und liebevoll gemachten Forum, auf das ich erst kürzlich gestoßen bin.

Seit meiner ersten M10 (1975!) habe ich (als Hobby-Musikant) einige Markneukirchener Gitarren erworben, die meisten bei/von der Musima gefertigt, akustische und auch elektrisch verstärkte.

Das letzte dieser Instrumente ist eine schwarze Dreadnought-Gitarre, die wohl aus den letzten Produktions-Jahren stammen muss; sie trägt nur noch das "N" auf der Kopfplatte. Leider habe ich auch in diesem Forum zu dieser Gitarre(n-Sorte) nichts gefunden, deshalb meine Anfrage: Die Bezeichnung lautet MGW oder MEW - das lässt sich wegen des handschriftlichen Eintrages nicht ganz sicher sagen - die Ziffer 1068. Ich mutmaße, dass es sich um eine späte Variante der zuvor mit MW 68 bezeichneten Gitarren handeln könnte? Sie ist mit einem Fishman-Tonabnehmer ausgestattet - wohl werksseitig - und schwarz lackiert, was die Holzzuordnung (für den Laien) erschwert. Der Boden zumindest scheint aus Mahagoni gefertigt zu sein.

Ich würde mich freuen, wenn ein Kundiger - vermutlich wäre Herr Neudel wohl der Richtige? - mir mehr über das Instrument sagen könnte und danke schonmal im Voraus.

Herzlich

vera221
Beiträge: 9
Registriert: Mo 27. Jun 2016, 13:25

Re: Bitte um Hilfe bei einer (späten?) Musima Dreadnought

Beitrag von vera221 »

Lieber Barre,

Sie liegen mit Ihrer Vermutung richtig. Die Nachwende-Stahlsaitengitarren der Musima hiessen erst Nashville, dann N und hatten dann ab 2000 bis zur zweiten Insolvenz des Unternehmens gar kein Logo mehr. Diese Veränderungen hatten unterschiedliche Gründe. Ihre Gitarre ist ein Instrument, das in der Nashville-Zeit MW 68 genannt worden wäre. Die Bezeichnungen auf dem Zettel in Ihrer Gitarre entsprechen nicht den offiziellen Modellbezeichungen in den Preislisten jener Zeit. Der damalige Musima-Chef änderte ständig irgendwas und keiner blickte mehr durch. Karl-Heinz Neudel könnte dazu tatsächlich mehr sagen.

Die Decke Ihrer Gitarre ist massive Fichte, Boden und Zargen mit hoher Wahrscheinlichkeit lam. Mahagoni.

Für Gitarren in schwarz wurden eher optisch weniger schöne Hölzer verbaut, denn man konnte das ja nicht sehen. Dem Klang tat das aber keinen Abbruch.

Ich hoffe, das hilft.

Gruss,Thomas

barrè
Beiträge: 2
Registriert: Di 30. Apr 2019, 23:47

Re: Bitte um Hilfe bei einer (späten?) Musima Dreadnought

Beitrag von barrè »

Lieber Thomas, ganz herzlichen Dank für die Antwort! Zwischenzeitlich ist es mir sogar gelungen, mit K-H Neudel zu sprechen, und er hat im wesentlichen auch gesagt, was Du schreibst, dass nämlich die schwarzen Gitarren an Zargen und Boden laminiert waren - was dem Klang tatsächlich in keinster Weise Abbruch tut. Alle meine Musima-Gitarren sind mir lieb und teuer, und das hat eben mit der vorzüglichen Verarbeitung zu tun. Vermutlich wird es noch 1 oder 2 Jahrzehnte dauern, bis sich das allgemein herumsprechen wird ... (außerhalb diese Forums meine ich).

Beste Grüße, Barré

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