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Forum des Musikinstrumentenmuseums Markneukirchen
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BeitragVerfasst: Mi 08. Mär 2017, 13:46 
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Record, Spezial, Eterna Deluxe, Resonata, Classic oder Nashville - Gitarrenfreunde aus aller Welt horchen auf, wenn diese Namen von Musima-Gitarren fallen. Man muss nur einmal bei ebay oder YouTube das Stichwort Musima eingeben, um zu sehen, dass diese Marke bis zum heutigen Tag auf Gitarristen eine ungebrochene Faszination ausübt. Bei ebay werden Vintage-Gitarren aus Markneukirchen je nach Zustand zu Preisen von mehreren hundert Euro aufgerufen. Und bezahlt. Bei Youtube gibt es zahllose Videos, in denen vor allem russische Musiker mit stolz geschwellter Brust ihre Musima-E-Gitarren vorführen. Neulich fand ich auf einem US-Gitarrenportal das Angebot einer Nashville-Stahlsaitengitarre aus den 90er Jahren. Sie war schon weg - verkauft für 2000 Dollar. Und im Buch "2000 Gitarren - die ultimative Sammlung" haben die Autoren, allesamt internationale Gitarrenexperten, auch Musima aufgeführt. Na klar, was sonst!

Könnte man meinen. Aber es erstaunt, dass es zwar von inhabergeführten deutschen Gitarren-Traditionswerkstätten wie Framus oder Höfner ausführliche Darstellungen des jeweiligen Unternehmens und seiner Gitarren gibt, von US-Herstellerlegenden mit Markneukirchener Herkunft wie C.F. Martin & Co sowieso. Aber Musima? Fehlanzeige. Wer etwas über die Instrumente aus Markneukirchen wissen möchte, ist auf teils hervorragende, aber immer verstreute Angaben im Internet angewiesen. Eine umfassende Informationsquelle über das einst bedeutende Exportunternehmen Musima, seine E-Gitarren, Konzertgitarren und Stahlsaitengitarren gibt es nicht. Man sucht vergeblich ein Buch, das Musima-Gitarren, ihre Geschichte und Entwicklung darstellt. Und ihnen so den Platz einräumt, der ihnen in der Geschichte der deutschen Musikinstrumente-Industrie zusteht. Wertschätzung? Bisher nicht.

Das soll sich ändern. Und zwar als Doppelpack: In der Reihe der Publikationen des Musikinstrumente-Museums soll im Frühjahr 2020 eine Monographie über die Musima-Gitarren erscheinen, begleitet von einer kleinen, aber feinen Gitarrenausstellung. Autoren und Ausstellungsmacher sind Musimafans mit heißem Herzen, die sich unentgeltlich und unabhängig diesem Thema verschrieben haben: Stahlsaiten-Spieler Thomas Fröhlich, der Autor dieser Zeilen, und Klaus Gertoberens sind von Haus aus Wirtschaftsjournalisten. Klaus Gertoberens hat 20 Jahre lang als Journalist in Dresden gearbeitet, ist Autor mehrerer Bücher über sächsische Themen. Dirk Wacker ist Fachjournalist; er hat 2014 die Musikstadt Markneukirchen den Lesern des US-Fachblatts Premier Guitar liebevoll näher gebracht. Doch wir drei brauchen Hilfe. Bereits jetzt haben ehemalige Musima-Mitarbeiter ihre Unterstützung für das Projekt zugesagt- mit Unterlagen, mit Instrumenten und mit Erinnerungen an das Unternehmen, in dem sie zum Teil viele Jahre lang gearbeitet haben.

Wer mitmachen will, weil er oder sie die eigene außergewöhnliche Musima-Gitarre gerne in der Ausstellung sehen würde; weil er oder sie Gesprächsparter der Autoren sein möchte, um offene Fragen zu beantworten oder die Zusammenhänge besser einzuordnen; weil auf dem Dachboden noch Erinnerungsstücke aus der eigenen Musima-Zeit schlummern, die ins Buch drängen - wie auch immer: Wer etwas beitragen will, möchte sich bitte bei der Museumsleiterin Heidrun Eichler melden, die ja auch dieses überaus nützliche Forum moderiert. Wir freuen uns auf die Arbeit und auf die Unterstützung durch die Menschen, ohne die es die Musima nicht gegeben hätte.

Ach ja, noch etwas! Gitarren wollen nicht nur beschrieben und ausgestellt, sondern auch gespielt werden. Ein Konzert sollten wir auf jeden Fall auch noch hinkriegen, oder? Thomas Fröhlich


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BeitragVerfasst: Fr 10. Mär 2017, 14:20 
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Zitat:
Ach ja, noch etwas! Gitarren wollen nicht nur beschrieben und ausgestellt, sondern auch gespielt werden. Ein Konzert sollten wir auf jeden Fall auch noch hinkriegen, oder?


... aber sowas von - da bin ich sofort dabei :-)


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BeitragVerfasst: Fr 10. Mär 2017, 15:05 
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Hallo Dirk,

dass Du das gut findest, wundert mich nicht... :gitarre2: ! Gruß, Thomas


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BeitragVerfasst: Sa 29. Jul 2017, 12:52 
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Dirk, braucht Ihr weitere Fotos? Ich habe (in England) einige Musimas.


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BeitragVerfasst: Sa 29. Jul 2017, 12:54 
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Thomas meinte ich!


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BeitragVerfasst: Sa 29. Jul 2017, 13:30 
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Ach ... der Dirk wäre da durchaus auch dran interessiert - Thomas ist gerade bei mir, ich frage ihn gleich mal


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BeitragVerfasst: Mo 31. Jul 2017, 6:51 
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Hallo Cameron,

vielen Dank für Dein Angebot! Finde ich toll, dass Du Dich gemeldet hast. Klar, Fotos können wir immer gebrauchen, obwohl wir natürlich aus unterschiedlichen Quellen bereits einige haben. Wir sind aber immer noch in der Recherchephase, deshalb kommt Dein Angebot genau zur rechten Zeit. Das heißt aber auch, dass die definitive Auswahl der Fotos für das Buch noch einige Zeit dauern wird. Von welchen Gitarren hast Du denn Fotos? Ich bin gespannt!!

Lass bitte von Dir hören!

Thomas

:gitarre2:


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BeitragVerfasst: Fr 02. Nov 2018, 15:30 
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Hallo,

gibt es inzwischen Neuigkeiten zum Buchprojekt? Lebt es noch? Ich will es schwer hoffen! Ein solches Buch würde ich sofort kaufen!

Liebe Grüße


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BeitragVerfasst: Do 08. Nov 2018, 17:56 
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Hallo Calvin Crämer,

zunächst einmal: cooler Name für einen Freund der Marke Musima! Ja, das Buch ist nach wie vor in Arbeit, wenn sich auch bestimmte inhaltliche Veränderungen aufgrund von Veränderungen im Projektteam ergeben haben.

Viele Grüße, Thomas :gitarre2:


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BeitragVerfasst: Fr 09. Nov 2018, 1:11 
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Hi Thomas,

Du bist mein Held, ganz herzlichen Dank! Ich freu mich schon wie verrückt auf das Buch!

Und ja, die Konzertgitarren aus dem Hause Musima begeistern mich! Zumindest die Modelle, die ich bislang anspielen durfte. Eine meiner absoluten Lieblingsgitarren ist kurioserweise die "Classic", die meines Wissens nicht einmal eine massive Decke besitzt. Dennoch unglaublich schöner Klang bei überragender Bespielbarkeit.

Liebe Grüße


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BeitragVerfasst: Fr 09. Nov 2018, 5:45 
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Hallo Calvin Crämer,

ich bin mir ziemlich sicher, dass auch Classic-Konzertgitarren mit massiver Decke gebaut wurden. Es gab ja auch zahlreiche Modelle. Fachmann ist aber hier Dirk Wacker, der auch im Forum aktiv ist. Ich bin der Stahlsaiten-Mensch.

Viele Grüße,

Thomas :gitarre2:


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BeitragVerfasst: Fr 09. Nov 2018, 15:54 
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Servus,

es gab natürlich auch Klassikgitarren von Musima mit massiver Decke und sogar komplett vollmassive Gitarren, es wurde allerdings auch viel Zeit und Mühe darauf verwendet den gesperrten Modellen einen "massiven Klang" zu spendieren. Speziell die "Resonata" Serie ist das als Musterbeispiel zu nennen.

Mir geht es ähnlich, ich habe einige gesperrte Musima Klassikgitarren, die absolut super klingen. Das Dogma "massive Bauweise" sollte man nicht überstrapazieren und vor allem auch nicht vergessen, dass die gesperrte Bauweise durchaus in einigen Bereichen Vorteile bietet, die eine massive Decke nicht hat.


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BeitragVerfasst: Fr 09. Nov 2018, 19:36 
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Holla,

das ist ja mal interessant!

Da ich von keinerlei Fachwissen getrübt bin, war ich bislang gedankenlos dem allgemeinen Mainstream hörig, wonach allein die massive Bauweise zähle und sonst nix. Insofern kam ich mir mit meiner Vorliebe für meine alte "Musima Classic" schon fast ein wenig absonderlich vor. :wink2:

Wirklich und wahrhaftig ist es so, dass jede einzelne der vier Konzertgitarren aus dem Hause Musima, die ich bislang anspielen durfte, auf ihre eigene Weise wunderschön klingen. Ich hatte schon den Gedanken, ob das möglicherweise daran liegen könne, dass Musima aus esoterischen, karmischen, ideologischen, fertigungstechnischen oder sonstigen Gründen ganz einfach zu mir "passt".

Mir doch egal, ob meine Musima "massiv" ist oder "gesperrt". Das würde ich eine bildschöne Frau doch auch nicht fragen! Weshalb also lange nachdenken? Der Kenner genießt und schweigt. Ich sollte es ihm gleichtun.

Liebe Grüße


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BeitragVerfasst: Fr 09. Nov 2018, 20:18 
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Hier mal ein Auszug aus einem Artikel, den ich vor längerem über das Thema geschrieben habe, auch zum Thema Musima Klassikgitarren:

Die Gitarren haben ja fast alle gesperrte Decken, dass kann ja nicht klingen !

Der erste Teil der Aussage ist völlig korrekt, die allermeisten Standardmodelle sind aus gesperrten Hölzern gebaut. Ist das ein Nachteil ? Darüber kann man streiten, ich würde mich sogar soweit aus dem Fenster lehnen und behaupten: es ist eher ein Vorteil ! Natürlich spielte dabei in erster Linie die preisgünstige Produktion die Hauptrolle, gesperrte Hölzer lassen sich einfacher verarbeiten, sind billiger und man verbraucht nicht so viel teures, massives Holz. Profis schwören auf massive Tonholzdecken, da diese in aller Regel wärmer und ausgeglichener klingen und jede Nuance im Spiel gut in Szene setzen ... die entsprechende Spielfertigkeit natürlich voraus gesetzt. Aber braucht das der Anfänger oder Gelegenheitsspieler ? Wohl eher nicht ! Ich war als Anfänger eher damit beschäftigt, dass meine Barré Akkorde sauber klingen, so Sachen wie warmer Klang, Tiefenprojektion und ähnliches waren mir zu der Zeit ziemlich Schnurz. Außerdem gebe ich mal folgendes zu bedenken:

- das Institut für Musikinstrumentenbau (IfM) in Zwota hat in vielen Versuchen die klanglichen Eigenschaften von massiven und gesperrten Decken wissenschaftlich untersucht und miteinander verglichen. Man kam dort zu einem erstaunlichen Ergebnis: der Unterschied ist längst nicht so groß, wie immer behauptet wird, und eigentlich eher gering. Das deckt sich im Übrigen mit meinem persönlichen Höreindruck, wobei das natürlich etwas hinkt, da ich ja nur komplette Instrumente miteinander und nicht an einer Gitarre unterschiedliche Decken vergleichen kann.

- es besteht in Fachkreisen weitestgehend Einigkeit darüber, dass der Boden und die Zargen eher einen kleinen Einfluss auf den Klang einer Klassikgitarre haben. Dann spricht ja dort auch nichts gegen die Verwendung gesperrter Hölzer, oder ?

- man ist sich ebenfalls einig, dass die Beleistung eine wichtige tonale Rolle bei einer Klassikgitarre spielt, wichtiger als Deckenmaterial und deren Beschaffenheit. Und die Musima Klassikgitarren sind absolut perfekt beleistet !

- gefällt eine optisch attraktive Gitarre besser, als eine mit 08-15 Hölzern ? Na klar tut sie das, dass Auge hört schließlich mit ! Und da hat man bei gesperrten Hölzern viel mehr Möglichkeiten auch die Mittelklassemodelle rassig auf zu peppen, weil man braucht ja nur eine dünne Lage für wenig Geld, anstatt eines massiven Holzes. Und das wurde im Musima Werk auch wenn möglich gemacht, da sieht man manchmal Holzmuster auf günstigen Gitarren, da hat man keine Fragen mehr zu. Mit gesperrten Hölzern kann man auch günstigen Gitarren den Look einer hochpreisigen spendieren ... wenn das mal nichts ist !

- steht die Gitarre bei Nichtbenutzung immer schön im Koffer und wird nur bei konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausgepackt und gespielt ? Schön wäre das, die Realität sieht aber meist ganz anders aus. Die Gitarre steht mal warm, mal kalt, hängt vielleicht an einem Nagel an einer Außenwand, im Winter geht die relative Luftfeuchtigkeit im Wohnzimmer auch schon mal auf 35% runter, im Sommer auf der Terrasse sind es frisch nach dem Regenguss auch mal satte 90%. Sowas nimmt das Holz extrem mit, gesperrte Hölzer sind da deutlich unanfälliger als massive. Ich habe schon viele alte Klassikgitarren in den Händen gehabt, es war kaum eine dabei, die nicht mindestens einen Deckenriss in der massiven Decke hatte, bei gesperrten Hölzern hab ich sowas noch nie gesehen !

- bisschen Flamenco gefällig ? Golpe hier, Rasgueado da ? Da kann gerade eine Gitarre aus gesperrten Hölzern klanglich ganz klar im Vorteil sein. Sie ist in aller Regel lauter, perkussiver in der Ansprache und höhenreicher ... alles Attribute, die das Wesen des Flamencospiels ausmachen und unterstreichen, die richtige Spieltechnik und die passenden Saiten natürlich vorausgesetzt.

Ganz schön viele Argumente für gesperrte Hölzer, oder ? Lasst Euch von solchen dummen Parolen wie "gesperrte Decken sind schlecht" nicht beeindrucken und leiten, benutzt die Ohren und hört, ob Euch (!) der Klang gefällt, denn das ist doch das wichtigste. Wenn Ihr selber noch nicht so gut spielen könnt, lasst jemanden der es kann die Gitarre spielen und hört, ob Euch der Klang zusagt. Erlaubt ist was gefällt !


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BeitragVerfasst: Fr 09. Nov 2018, 20:47 
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Registriert: Mo 29. Okt 2018, 1:07
Beiträge: 6
Hi Dirk,

ich danke dir von Herzen für deine Mühe!

Dein Artikel ist für mich super aufschlussreich und gibt völlig neue Denkanstöße! Ich wusste das alles nicht.

So richtig aus der Seele spricht mir der letzte Absatz: Der eigenen Wahrnehmung trauen, nicht irgendwelchen ideologischen Vorbehalten anderer Leute!

Davon völlig abgesehen, freut es mich ganz einfach, dass es irgendwo da draußen noch jemanden außer mir gibt, der den Musima-Klang schön findet. Am liebsten würde ich dich jetzt zu einem Bier einladen!

:drinks:

Nochmals danke und liebe Grüße


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