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BeitragVerfasst: Di 08. Mär 2016, 18:02 
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Hallo,

ich habe eine alte 7/8 Gitarre ("Pepita") aus dem Raum Markneukirchen von etwa 1970, die eine Mechanik mit 33,5mm Wellenabstand hatte. Jetzt sind andere einzelne drauf. Ich würde gerne wieder eine richtige daraufsetzen. Leider gibt es aber nur 35mm zu kaufen heutzutage.

Frage: Hat noch jemand solche oder ähnliche Mechaniken mit 33,5mm Wellenabstand in seiner Werkstatt?

Das erste Foto unten zeigt meine "Pepita" und das andere den Kopf einer anderen solchen Gitarre mit exakt der Mechanik, wie sie auch auf meiner im Original war. (Messing mit schwarzen Knöpfen):

Danke,
Ralf


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BeitragVerfasst: Mi 09. Mär 2016, 19:51 
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Registriert: Fr 15. Nov 2013, 16:26
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Servus, dass wird schwierig werden ! Wie Du schon festgestellt hast, ist 35.0mm heute der Standard, 33.5mm ist nicht mehr gebräuchlich und wird auch von keinem Hersteller mehr von der Stange bedient. Im Grunde hast Du nur drei Möglichkeiten:

1. Die alten Löcher sauber Ausbuchsen (lassen) und kaschieren, danach neue Löcher in 35.0mm Wellenabstand neu bohren (lassen) // unschön, weil dann nicht mehr Original !

2. Bei der Firma Rubner in Markneukirchen (www.rubner-markneukirchen.de) anfragen, die stellen auf Kundenwunsch auch Grundplatten mit 33.5mm Wellenabstand her // wird dann nicht ganz billig und ist immer noch nicht Original, aber Du sparst Dir das Ausbuchsen und Neusetzen der Löcher

3. Du versuchst eine solche Mechanik gebraucht zu bekommen, dann passt es gleich von Anfang an 1:1 und ist Original ! Die Mechanik wurde übrigens von der Firma WARG aus Klingenthal hergestellt, es würde mich aber wundern, wenn dieses Modell noch gegen 1970 herum verwendet wurde. Normalerweise findet man das in der Regel auf älteren Gitarren, ich habe z.B. eine sehr schöne Konzertgitarre von O.Paulus (Markneukirchen) von 1947, die auch genau diese Mechanik hat.

Egal, hier im Forum kannst Du Dich vertrauensvoll an die beiden Moderatoren STELOL (Stefan Lob) und K.H.-Neudel (Karl-Heinz Neudel) wenden, beide haben einige alte Ersatzmechaniken in ihrem Fundus, würde mich nicht wundern, wenn das von Dir gesuchte Modell dabei ist. Darüber hinaus bleibt Dir natürlich noch eBay und Norbert Schnepel vom Musikkeller in Dorsten (www.musikkeller.com)

Dann wünsche ich Waidmanns Heil bei der Jagd !


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BeitragVerfasst: Do 10. Mär 2016, 1:34 
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Registriert: Di 09. Okt 2007, 19:53
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Danke Dirk für diese umfassende Antwort!
Ja, offenbar verwendeten die 1970/1971 hergestellten Pepita Gitarren diese Mechaniken. Mein Vater hat die Gitarre entweder 1970 oder 1971 direkt aus einem Werk gekauft in oder der Nähe von Markneukirchen. Er hatte da dienstlich zu tun. Ich habe in Schweden und Dänemark noch weitere davon entdeckt, wahrscheinlich waren das Exportmodelle damals. Bisher konnte mir aber niemand hier über die Pepitas etwas sagen. K.H.-Neudel habe ich via e-mail dazu angeschrieben.
Das dritte Foto unten zeigt mal ein Foto einer ähnlichen Mechanik, die auf einer Musima war soviel ich weiss. Der Unterschied ist, dass der Rand erhöht ist.
Die ersten beiden Bilder zeigen eine in Schweden gefundene "Schwester" meiner Gitarre.
Na mal sehen, was ich noch im Laufe der zeit rausfinden kann. 1970 ist eben auch schon 45 Jahre her...

In der "Bucht" gibt es übrigens momentan eine andere Pepita mit dem gleichen Brandstempel aber einer Fichtendecke und dunkem Hals und Seiten und Rückseite. Da ist auch eine andere Mechanik drauf. Diese Pepita sieht mir aber neuer aus, schon in Richtung der dann mit Musima bezeichneten mit der verzierten Rosette.
http://www.ebay.de/itm/Alte-Gitarre-von ... 2122216827

Gruss,
Ralf


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BeitragVerfasst: Do 10. Mär 2016, 2:39 
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Taylor_T5-S hat geschrieben:
Das dritte Foto unten zeigt mal ein Foto einer ähnlichen Mechanik, die auf einer Musima war soviel ich weiss. Der Unterschied ist, dass der Rand erhöht ist.
Das unterste Bild mit dem Rand um die Mechanik war doch von keiner Musima, sondern eine viel ältere Gitarre, die auch gerade bei ebay angeboten wird: http://www.ebay.de/itm/alte-noName-Parl ... 1927477842
Ralf


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BeitragVerfasst: Do 10. Mär 2016, 14:59 
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Hallo Ralf,

die ganze Bauweise der Pepita ähnelt sehr stark den Musima Modellen aus dieser Zeit, von daher würde es mich nicht wundern, wenn es wie von Dir vermutet eine Exportserie war. Der exotische Name deutet auch in diese Richtung.

Ich habe eine Musima Konzertgitarre von 1967, die auch genau die von Dir gezeigten Mechaniken hat, allerdings wurden diese von Rubner für die Musima hergestellt, die Firma WARG hat die Musima nie beliefert.

Ich denke Karl-Heinz Neudel anzuschreiben war eine gute Idee, es würde mich eher wundern, wenn er keine solche Mechanik in seinem Fundus hätte. Evtl. muss diese erst wieder aufgearbeitet werden, kann man aber alles machen.

Wunder darf man in Sachen Stimmstabilität von diesen Mechaniken allerdings nicht erwarten, dafür ist es aber Original.

Viele Grüße,

Dirk


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BeitragVerfasst: Do 10. Mär 2016, 23:08 
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Danke! Wenn ich was neues rausfinde sage ich Bescheid! Ich bin Ostern bei meinen Eltern und will mal alte Fotos ansehen, vielleicht ist dort die Gitarre mal irgendwann in der 70ern fotografiert worden.
Ralf


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BeitragVerfasst: Di 15. Mär 2016, 14:14 
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Dirk Wacker hat geschrieben:
Ich habe eine Musima Konzertgitarre von 1967, die auch genau die von Dir gezeigten Mechaniken hat, allerdings wurden diese von Rubner für die Musima hergestellt, die Firma WARG hat die Musima nie beliefert.
Habe Rubner GmbH (Jeffrey Meinel) gefragt, die sagen, verkapselte Mechaniken wie diese haben sie nie hergestellt in der Vergangenheit. Heisst also diese sind wohl nicht von Rubner! (Ansonsten können sie aber, wie auch schon von Dir gesagt, jede der momentan angebotenen Rubner Mechaniken mit 33,5mm Wellenabstand anbieten.) Es könnte ja auch sein, Ende der 60er Jahre oder 1970/71 war das noch eine private Firma, die die Pepita Gitarren hergestellt hat und man hatte diese alten (WARG?) Mechaniken noch auf Lager. Wer weiss...
Ralf


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BeitragVerfasst: Mi 16. Mär 2016, 10:38 
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Moin Ralf,

das kann natürlich gut sein, dass irgendwo noch eine größerer Restposten alter Mechaniken aufgetaucht ist, der dann verbaut wurde. Mit Jeffrey werde ich auf der Musikmesse in zwei Wochen mal sprechen, weil nach den mir vorliegenden Informationen hat die MUSIMA nur Mechaniken von zwei Zulieferern bezogen, deutlich später kam dann noch Schaller mit ins Boot. Ich müsste die Mechaniken mal abschrauben um zu schauen, was hinten auf die Platte gestanzt ist, ist schon ein paar Jahre her, dass ich die Gitarre komplett restauriert habe, von daher hab ich das leider nicht mehr präsent. Werde ich beim nächsten Saitenwechsel mal machen, ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es Mechaniken von Rubner sind.


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BeitragVerfasst: Mo 23. Mai 2016, 23:53 
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Registriert: Di 09. Okt 2007, 19:53
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Hallo Dirk,
habe mich in der Zwischenzeit zweimal mit K.H.Neudel getroffen. Er hat seinen Fundus an alten Mechaniken aussortiert und noch eine der Originalmechaniken gefunden! Allerdings nicht verwendbar, da sehr abgenutzt/ausgeschlagen/schwergängig, war eben doch billige/schlechte Qualität damals in den 50er und 60er Jahren. Sehen doch im Prinzip so aus wie die von mir als "falsch" bezeichnete auf dem letzten Foto oben, also mit leichtem Rand ringsum, die Achsen an den schwarzen Knöpfen sind aber schwarze Metall, die "falsche" hat Messingachsen. Also winzige Unterschiede. Der Hersteller wäre sein Cousin "Vogtsberger" gewesen. Zwei Fotos der Originalmechanik habe ich unten angehängt.

Interessant war, dass nach genauem Vermessen herauskam, dass es 33,0mm Wellenabstand sind, nicht 33,5mm. Also 66mm von Mitte erste zu Mitte dritter Welle und nicht 67mm.
Der Wellendurchmesser ist nicht 6,0mm sondern nur 5,5mm.

Er fand noch zwei andere mit 33,0mm, eine hat DRGM (Deutsches Reich Gebrauchsmuster) darauf, die andere hat offene Zahnräder. Allerdings auch alles nur für eine Seite und schlechter/unbrauchbarer Zustand.
Ich habe mich auch noch mit P. Lederer getroffen, er will auch mal seine diversen alten Kartons durchsuchen, er vermutet er könnte unter Umständen auch noch 33,0mm haben irgendwo, ob noch verwendbar war allerdings auch nicht klar. Na mal sehen. Ansonsten muss ich eben doch Einzelmechaniken nehmen, wobei es die dann in Messing mit schwarzen Knöpfen von den heutigen Firmen auch nicht gibt.

Laut K.H.Neudel wurde diese spezielle Pepita Gitarre mit den rot/blauen Holz-Schallloch Einlagen und dem gleichen Binding in den 60er Jahren doch schon bei Musima gebaut, nicht mehr bei "Schuk" (woher wohl die Grundbauform stammte).


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BeitragVerfasst: Di 07. Jun 2016, 16:52 
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Hallo Ralf,

sorry für die verspätete Antwort, wir sind Sonntag Abend nach zwei Wochen in Markneukirchen erst wieder nach Hause gekommen - ja, der Neudel Karl-Heinz, der ist wie eine wandelnde Enzyklopädie in Sachen Vogtland-Gitarren, ich soll Dich übrigens auch schön von ihm grüßen. Ich hatte Deinen Beitrag unterwegs auf dem Tablet gelesen und mit Karl-Heinz noch Mal drüber gesprochen. Die Mechaniken sind übrigens denen sehr ähnlich, die ich in meiner aktuellen Kolumne bei Premier Guitar aufarbeite, schau mal hier:

http://www.premierguitar.com/articles/2 ... tar-tuners

Diese sind allerdings deutlich älter und haben einen Wellenabstand von exakt 33,5mm - hat man wohl noch länger so gebaut, aber dann den Wellenabstand geändert .. warum weiß der Henker :holzhacker:

Viele Grüße,

Dirk


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BeitragVerfasst: Mi 08. Jun 2016, 8:36 
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Danke Dirk! Die Du in deiner Kolumne darstellst ( http://www.premierguitar.com/ext/resour ... -1_WEB.jpg ) sind dann glaube ich die von WARG in Klingenthal hergestellten, diese haben das D.R.G.M. eingeprägt. Der sichtbare Unterschied von aussen ist, dass die Vogtsberger Mechaniken schwarze Achsen an den schwarzen Knöpfen haben, während die WARG Mechaniken messingfarbene Achsen haben. Und die Abdeckhauben sind leicht anders montiert und haben eine ganz leicht andere Form. Genau so eine Seite hat mir Karl-Heinz auch mitgegeben, aber die hat auch exakt 33,0mm Abstand.
Aber das die wirklich von 1924 sind glaube ich nicht, oder? Damals gab es doch so eine Knopfform garnicht, oder? Eher 50er Jahre wäre meine Schätzung gewesen.
Anyway, ich habe jetzt bei Jeffrey Meinel (Rubner) neue Mechaniken bestellt mit 33mm Wellenabstand. Die Standardform von denen sieht "gut genug" und ähnlich aus und ist preiswert genug als Ersatz. Kommen in etwa Ende Juni, ich kann dann ja nochmal ein Foto posten.
Gruss,
Ralf


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BeitragVerfasst: Mi 08. Jun 2016, 9:44 
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In der Gitarre ist die Jahreszahl mit auf den Zettel geschrieben worden und an den Abdrücken im Holz der Kopfplatte ist gut zu erkennen, dass noch nie eine andere Mechanik installiert wurde, von daher würde ich mal davon ausgehen, dass die vorliegenden noch original sind - der Hersteller WARG sowie der D.R.G.M. Stempel der bis ca. 1945 benutzt wurde deuten ja auch in diese Richtung.


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BeitragVerfasst: Mi 08. Jun 2016, 10:44 
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Dirk, der D.R.G.M. Stempel wurde noch zu DDR Zeiten bis 31. Juli 1963 genutzt! Erst dann wurde im Rahmen des Änderungsgesetzes zum Patentgesetz vom 31. Juli 1963 der Deutsches Reich Gebrauchsmusterschutz offiziell von der DDR aufgehoben. (Quelle: http://www.juraforum.de/lexikon/amt-fue ... en-der-ddr )
Ob diese Mechaniken von Dir wirklich von WARG sind weiss ich natürlich nicht, offenbar gab es wohl einige, die diese Art gemacht haben. Aber interessant, dass die wirklich so alt sein könnten.
Ralf


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BeitragVerfasst: Mo 25. Jul 2016, 14:00 
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O.k., meine Suche nach 33,0mm Mechaniken ist beendet! Rubner (Jeffrey Meinel) hat mir zwei gefertigt und ich bin hochzufrieden mit Qualität und dem geringen Preis dafür!
Rubner hat zwar leider keine ovalen schwarzen Knöpfe gehabt, aber die eckigen sehen auch gut aus. Die schwarzen Wellen sind insgesamt gleichlang, sieht nur durch die Perspektive und die anderen Lager kürzer aus.
Das Messing habe ich poliert aber unlackiert bestellt, damit setzt es nach einiger Zeit auch wieder schöne Patina an.
Anbei zwei Bilder zum Vergleich der ausgeschlagenen Originalmechanik mit den zwei neuen.
Gruss,
Ralf


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