Mandoline Baujahr 1947

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alasdair
Beiträge: 4
Registriert: Mi 18. Apr 2007, 17:47

Mandoline Baujahr 1947

Beitrag von alasdair »

Ich habe vor kurzem eine Mandoline Baujahr 1947 erstanden. Sie ist gut spielbar, und ist in recht gutem Zustand. Sie hat ein sternartiges Muster auf dem Hinterteil, und eine Holzintarsie um das Schallloch, etwa im Stil der 30er Jahren (ich sah heute ein Foto von einer Martin-Mandoline Bj 1937 mit einem ähnlichen Muster im britischen ebay)

Auf dem Etikett gibt es ein Wappen (oder sagt man dazu Logo?) von der "Musikinstrumenten-Genossenschaft Markneukirchen i/Sa eGmbH". Ferner ist das Etikett - wie andere Schriftstücke der Nachkriegszeit - mit Ziffern versehen - es ist ein bisschen klein, aber ich glaube "Ovr. 11.7.47, 5000 - 12" lesen zu können.

Vorgedruckt sind "Meister" und "194" Dazu ist handgeschrieben in blauer Tinte "W Wunderlich" (glaube ich) und die Ziffer 7, die 1947 vervollständigt.

Meine Frage ist, sind Sie so freundlich, um mir zu sagen, wer W Wunderlich ist und wofür er bekannt war? Da ich im ländlichen (aber nicht wilden) Westen Englands wohnhaft bin, ist Näheres hierzulande schwer zu erfahren.

Wenn hier Sprachliches unklar ist, bitte ich um Verständnis - Deutsch ist nicht meine Muttersprache.

Alasdair McKeane

Johannes Meinel
Museumsmitarbeiter
Beiträge: 170
Registriert: Do 22. Dez 2005, 14:06
Wohnort: Erlbach

Beitrag von Johannes Meinel »

Hallo Alasdair,

zunächst einige Angaben zur Musikinstrumenten-Genossenschaft Markneukirchen, kurz "Migma" genannt. Gegründet wurde diese Handwerker Genossenschaft 1943. Vorläufer gab es aber bereits ab 1931. Diese Genossenschaft zählte 1944 schon 154 Mitglieder und 1956 gehörten ihr 654 Betriebe an. Es wurden so gut wie alle Musikinstrumente, Zubehör und Bestandteile gefertigt. Die "Migma" existiert auch heute noch. Der zweite Teil der Frage ist schon etwas schwieriger. Auf der Liste der "Migma" habe ich keinen W. Wunderlich gefunden. In der 1. Hälfte des 20. Jh. gab es einen Geigenmacher Walter Wunderlich in Erlbach (bei Markneukirchen), der aber kaum in Frage kommt. In Breitenfeld, Nr. 28, gab es laut Adressbuch von Markneukirchen (1932) einen Mandolinenmacher, ebenfalls mit Namen Walter Wunderlich. Breitenfeld liegt auch in der Nähe von Markneukirchen. Mehr Angaben gibt es leider nicht. Vielleicht stammt Ihre Mandoline von diesem Meister. Aber das ist nur meine Vermutung :? .

Viele Grüße in den nicht Wilden Westen Englands

Hannes

alasdair
Beiträge: 4
Registriert: Mi 18. Apr 2007, 17:47

Mandolin Bj 1947

Beitrag von alasdair »

Lieber Hannes

Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort - ich verstehe vollkommen, dass sich nach 60 Jahren vieles nur mit Vermutung erklären lässt.

Freude an diesem Instrument kann ich trotzdem haben - für die "normale" Benutzung in der Ceilidh-Band habe ich ein ähnliches Instrument, aber in Ahorn, das wohl um zwei Jahrzehnten jünger ist, und sich prima spielt - sie ist sehr genau, im Tonklang sehr angenehm, und (wichtig wenn wir im Pub spielen - Killingworth Castle in Wooton bei Oxford, am Freitag Abend etwa alle 6 Wochen) schön laut.

Ich schicke Grüße an alle Markneukirchener und vielleicht habe ich mal Zeit, das Museum aufzusuchen - sieht gut aus auf den Bildern.

Alasdair

LazyIsland
Beiträge: 1
Registriert: Fr 22. Mai 2020, 15:52

Re: Mandoline Baujahr 1947

Beitrag von LazyIsland »

Wir haben ebenfalls eine Mandoline mit dem Baujahr 1948.wir können nur schwach den Namen Robert erkennen, wissen aber nicht ob das stimmt da der Schriftzug schon stark ausgeblichen ist. Gibt es den einen Meister mit dem Namen Robert?

Udo Kretzschmann
Geigenbaumeister
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Re: Mandoline Baujahr 1947

Beitrag von Udo Kretzschmann »

Hallo LazyIsland,

von den Lebensdaten her kämen der Zupfinstrumentenmacher August Robert Schuster jun. sowie auch der Geigenmacher Walter Robert Leonhardt jun. in Frage, dieser hat angeblich neben Geigen auch Mandolinen und Gitarren gebaut.

Aber es gibt hier in Markneukirchen Zupfinstrumentenmacher, die das bestimmt anhand des Instrumentes besser einschätzen können. Ein Besuch im Vogtland und in unserem Museum lohnt sich doch eh.

Schöne Grüße

LazyGeigenmacher Udo

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