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BeitragVerfasst: Do 20. Mär 2008, 9:17 
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Registriert: Do 20. Mär 2008, 9:03
Beiträge: 3
Ich besitze seit einiger Zeit ein Hüller-Alt- Saxophon mit einer Einpägung am Neck 870. Es ist ziemlich ramponiert, spielt aber hervorragend und intoniert sehr gut mit kräftigem Sound. :idea: :idea: Da ich von diesem Instrument so begeistert bin, würden mich weiter gehende Informationen über Serien, Qualitäten, Nummern, Herstellungsjahre sehr interesessieren.

Und bei Gelegenheit ein entsprechendes Tenor erwerben. :!:

Wer hat Infos über den Hersteller? Ich habe im Forum keine entsprechenden Beiträge gefunden. :?:


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BeitragVerfasst: Do 20. Mär 2008, 15:18 
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Registriert: Di 02. Okt 2007, 11:17
Beiträge: 1397
Wohnort: 69xxx bei heidelberg
hi
hast du ein g.h. hüller oder ein
f.x. hüller,
die 870 ist vermute ich oben direkt am rand zur aufnahme des schnabels eingeschlagen, wie lauetet die seriennummer.
versilbert und der becher goldfarben?
perlmutköpfe?
wieviel klappen sind im kniebereich?
gruss
r. burke


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BeitragVerfasst: Sa 22. Mär 2008, 21:07 
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Mitglied des Museumsvereins

Registriert: Do 26. Jan 2006, 20:44
Beiträge: 453
Wohnort: Markneukirchen
Bevor die Firma (G. H. Hüller oder F. X. Hüller) geklärt wird, ein erster Einwurf.
Bei der Angabe 870 kann es sich auch um die Stimmung handeln, die bis 1939 übliche Normalstimmung von 435 Hz (= "Doppelschwingungen", daher 870 einfache Schwingungen).

Schöne Ostern
E. Weller


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BeitragVerfasst: Sa 22. Mär 2008, 21:15 
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Registriert: Do 20. Mär 2008, 9:03
Beiträge: 3
Hallo,
Hersteller ist G.H. Hüller und die Nr. ist 21xxx,
Finish ist vernickelt, würde ich sagen,
Knöpfe Perlmutt, Rollen schwarz,
Microtuner,
die 870 ist in die Aufnahmehülse eingeschlagen.
Im Kniebereich sind 3 Klappen, von denen eine, als ich das Sax erhielt, mit Kork verkeilt und somit nicht öffenbar war,
im Trichterbereich 2 Klappen auf der linken Seite

Hast du nähere Infos? Das wäre suuuper. :-)


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BeitragVerfasst: Mo 24. Mär 2008, 8:00 
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Mitglied des Museumsvereins

Registriert: Do 26. Jan 2006, 20:44
Beiträge: 453
Wohnort: Markneukirchen
Lieber Hüller-Saxophonbesitzer,

die Firma G. H. Hüller in Schöneck wurde 1878 durch Gottlob Hermann Hüller gegründet und existierte nach verschiedenen Formen der Verstaatlichung in der DDR-Zeit bis 1991. Gemeinsam mit den Firmen Adler & Co. und Gebrüder Mönnig (beide Markneukirchen) gehörte man zu den größeren Holzblasinstrumentenherstellern (also den Fabriken). 1921 nahm man die Herstellung von Saxophonen auf und überflügelte in wenigen Jahren die Produktionszahlen von O. Adler & Co., so dass man sich in den 1930er Jahren als größte deutsche Saxophonfabrik bezeichnen konnte. Mit der Angliederung der Firma an den VEB B & S. wurde die Saxophonproduktion 1975 (nicht 1972) eingestellt.
Aufzeichnungen über die Seriennummern bei der Firma Hüller sind leider nicht mehr vorhanden. Ich würde Ihr Instrument aber aufgrund der beschriebenen Klappenlage am Schallbecher (vom Spieler aus gesehen links) und aufgrund der Stimmungsangabe in die 1930er Jahre einordnen. Als Modellbezeichnungen waren damals „Imperial“ oder „Orpheus“ üblich, die Hüller-Saxophone dieser Zeit hatten oft auch eine zusätzliche D-Resonanzklappe (DRGM von 1929).

Weitere Angaben zur Firma Hüller finden Sie z. B. in meinem Buch zum vogtländischen Blasinstrumentenbau sowie in Günter Dullats „Saxophone. Erfindung und Entwicklung einer Musikinstrumenten-Familie und ihre bedeutendsten Hersteller“, 1995.

Herzliche Grüße
E. Weller


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BeitragVerfasst: Mi 26. Mär 2008, 8:26 
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Registriert: Do 20. Mär 2008, 9:03
Beiträge: 3
Wurden denn von Hüller auch Stencils produziert?


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BeitragVerfasst: Mi 26. Mär 2008, 12:44 
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Mitglied des Museumsvereins

Registriert: Do 26. Jan 2006, 20:44
Beiträge: 453
Wohnort: Markneukirchen
Ist mir nicht bekannt, denn Hüller hatte zu seinen besten Zeiten, als eben auch das Saxophon boomte, schon einen umfassenden eigenen Vertreib unter dem eigenen Namen bzw. diversen Markennamen. Man kann aber nie ausschließen, dass unter einem Kunstnamen wie „Melodia“, „Artist“ auch das Zeichen eines Händler oder Musikhauses angebracht wurde, aber darüber hat man nicht unbedingt geredet.

Viele Grüße
E. Weller


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BeitragVerfasst: Mi 26. Mär 2008, 18:04 
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Registriert: Di 02. Okt 2007, 11:17
Beiträge: 1397
Wohnort: 69xxx bei heidelberg
von f.x. hüller gibt es stencils - erster güte - ein realstück ist vorhanden.

ralph burke


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BeitragVerfasst: Di 28. Dez 2010, 12:02 
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Registriert: Di 07. Dez 2010, 18:37
Beiträge: 17
Lieber Herr Weller,

an dieser Stelle hatten Sie vor einigen Jahren schon einmal geschrieben, dass es keine Aufzeichnungen über die SN von G.H.Hüller-Saxophonen mehr gibt. Gibt es inzwischen Anhaltspunkte für die Bestimmung eines Herstellungsjahres? Ich versuche die Geburt eines Bariton-Saxophons mit der SN 42853 einzugrenzen.

Die Bitte um Hilfe richtet sich natürlich auch an alle anderen Forums-Mitglieder!

Danke für die Unterstützung!

_________________
Beste Grüße
Weltklangstarter


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BeitragVerfasst: Di 28. Dez 2010, 20:04 
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Registriert: Di 02. Okt 2007, 11:17
Beiträge: 1397
Wohnort: 69xxx bei heidelberg
hallo weltklangstarter ,

stimmt die nummer? das wäre eine produktion nach 1945 und das passt nicht!


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BeitragVerfasst: Di 28. Dez 2010, 21:41 
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Registriert: Di 07. Dez 2010, 18:37
Beiträge: 17
Hallo intune,

dies ist die SN, die man mir genannt hat, noch ergänzt mit einem "M". Ich werde mich aber noch einmal erkundigen und melde mich dann wieder. Warum könnte "nach 1945" nicht stimmen? Den Beitrag von E.Weller oben habe ich so verstanden, dass G.H.Hüller auch nach dem 2.WK noch unter eigenem Namen produziert hat. Die Stimmung auf dem S-Bogen ist mit 880 (=440 Hz) angegeben. Wie ist denn die SN-Systematik bei Hüller - falls es eine gibt? Foto u.a. von "Hüller"-Gravur auf dem Trichter zur weiteren Orientierung kann ich bei Bedarf gern über Email schicken.

Wie ist denn die Qualitätseinschätzung der Hüller-Baris? Alles was ich bisher - allerdings nicht zu Baris - gelesen habe, klang ja sehr sehr gut.

Danke übrigens für die schnelle Rückmeldung!

_________________
Beste Grüße
Weltklangstarter


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BeitragVerfasst: Mi 29. Dez 2010, 20:51 
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Registriert: Di 07. Dez 2010, 18:37
Beiträge: 17
Hallo intune,

wie versprochen habe ich mich noch einmal erkundigt. Die SN ist korrekt, das "M" ist in der Mitte unter der SN eingeprägt. Allerdings steht die "440" nicht am S-Bogen, sondern unten am Schutz für das Knie. Was nun?? :unknow:

_________________
Beste Grüße
Weltklangstarter


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BeitragVerfasst: Mi 29. Dez 2010, 20:53 
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Registriert: Di 07. Dez 2010, 18:37
Beiträge: 17
Sorry, es muss natürlich "880" statt "440" heißen. Der Rest sollte aber stimmen :wink2:

_________________
Beste Grüße
Weltklangstarter


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BeitragVerfasst: Do 30. Dez 2010, 8:44 
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Mitglied des Museumsvereins

Registriert: Do 26. Jan 2006, 20:44
Beiträge: 453
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Weltklangstarter,

der Stimmungshinweis 880 ist zunächst ein deutliches Zeichen auf Instrumente aus dem Jahr 1939 oder später, denn die damals aktuelle Normierung des Stimmtons wurde eine Zeit lang auf den Instrumenten angegeben.
Leider gibt es immer noch keine Übersicht zu den Hüller-Seriennummern. Aber einige Nummern können wir nicht zuletzt dank unseres Forums zuordnen. Z. B. eine Bassklarinette der Nr. 38277, die 1939 als Heeresinstrument verkauft wurde.
Wenn man davon ausgeht, dass während des Weltkrieges die Produktionszahlen stark zurückgegangen sind, zumal Hüller auch einem Rüstungsbetrieb zuliefern musste, dann dürfte Ihr Instrument wirklich erst nach 1945 entstanden sein.
Die Saxophonproduktion bestand noch bis zur Eingliederung in den VEB B & S 1975, allerdings wurden 1966 nur noch Alt- und Tenorsaxophone angeboten.

Viele Grüße
E. Weller


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BeitragVerfasst: Do 30. Dez 2010, 10:07 
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Registriert: Di 02. Okt 2007, 11:17
Beiträge: 1397
Wohnort: 69xxx bei heidelberg
Hi, Weltklangstarter,

die stempelung 870 deutet eindeutig auf vorkrieg und damit vor 1940 hin , die stempelung 880 dann eher auf nachkrieg.

könntest du bilder einstellen, damit wir weiter kommen?

ich nehme an das bari ist satiniert am korpus, hat einen polierten spiegel (das ist die stelle in der die gravur steht) und hat polierte klappen. Becher eventuell goldfarben.


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