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 Betreff des Beitrags: B&S Akustik Adolf Rölz Saxophone
BeitragVerfasst: Di 17. Jan 2017, 16:27 
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Registriert: Di 17. Jan 2017, 16:19
Beiträge: 2
Sehr geehrte Damen & Herren,

vielleicht können Sie mir weitergehende Informationen über das Baujahr von folgenden Saxophonen geben:

B&S Alto Blue Label Seriennummer 3332
B&S Tenor Blue Label Seriennummer 9535
Akustik Alto Seriennummer 2950

Des weiteren besitze ich ein wie ich finde sehr schönes Tenorsax von Adolf Rölz, Seriennummer 1324, über das ich im Netz überhaupt keine Infos finden konnte, vielleicht wissen Sie auch hier etwas?

Herzlichen Dank fürIhre Bemühungen.
Mit freundlichen Grüßen

T. Engelhardt


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BeitragVerfasst: Di 17. Jan 2017, 21:52 
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Metallblasinstrumentenbaumeister

Registriert: So 08. Apr 2007, 16:25
Beiträge: 1188
Wohnort: Markneukirchen
Werter Herr Engelhardt,

das B & S Alt wurde im Juli 1974,
das B & S Tenor etwa Mitte 1984 und das
Weltklang Akustik Ende 1952 / Anfang 1953 angefertigt.

Angaben zu Adolf Rölz besitze ich nicht, da wären weitere Wortmeldungen wünschenswert.


Mit freundlichen Grüßen

Mario Weller


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BeitragVerfasst: Mi 18. Jan 2017, 10:33 
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Registriert: Fr 29. Mai 2009, 13:54
Beiträge: 52
... Adolf Rölz (*1891) war als Hersteller von Musikinstrumenten, Zubehör und Bestandteilen sowie mit einem Versandgeschäft in der Schillerstr. 1623 in Graslitz gemeldet und hatte auch in Klingenthal eine Niederlassung. Ab 1937 (s.a. Langwill-Index) wurden Saxofone mit den Bezeichnungen SIMPLIFEX, JAZZ-FRIEND oder JAZZ-ARTIST verkauft. Am 18.9.1946 wurden Adolf u. seine Frau Antonie aus Graslitz vertrieben. (s.a. "SAXOFONE - ein Kompendium", 4. Aufl., Jan. 2016). Sie wurden mit dem Zug Nr. 16/Wagen 37 in die amerikanische Zone nach Bayern gebracht. (s.a. "Vertreibungslisten – tabellarische Nachweise aller aus Graslitz und Umgebung vertriebenen deutschen Bürger"). Danach verliert sich die Spur.


Ob Rölz die Saxofone selbst gebaut oder nur zugekauft hat, ist meines Erachtens nicht zweifelsfrei feststellbar. Grundsätzlich sollte man in Betracht ziehen, dass es im Musikwinkel sehr viele Firmen gab, die sich mit der Herstellung von Musikinstrumenten und Teilen für diese beschäftigten. Vor und nach dem Zweiten Weltkrieg bezogen vor allem die kleinen Saxofonhersteller Schallstücke, Klappen und andere Saxofonbestandteile von in der Region ansässigen Betrieben. Die treffendere Bezeichnung wäre also oft „Fertigmacher“. Insofern ist es denkbar, dass auch Rölz ein Fertigmacher war und tatsächlich "eigene" Instrumente in den Verkehr brachte. Gleichwohl war auch der Zukauf von fertigen Instrumenten üblich. Allein F.X.Hüller verkaufte Instrumente an C.A. Wunderlich, Hammerschmidt, Hess, Johannes Adler, Robert Oswald Adler und andere.

In Sonic 3.2015 (http://www.sonic.de) habe ich ein Rölz Alto #1.671 besprochen: Es hat gebördelte Tonlöchern, einen G#-Triller, Feinstimmer ähnlich wie bei Conn. Gravur: Adolf Rölz Saxophon-Erzeugung Graslitz Č.S.R. Modell JAZZ-FRIEND. Korpus/Becher-Verbindung ist ähnlich wie auch bei Saxofonen von Max Keilwerth, Hohner und G.H. Hüller. Insgesamt ist das Instrument aber im Detail keinem der in der Region ansässigen Hersteller eindeutig zuzuordnen. Deshalb würde ich eher auf ein fertiggemachtes Instrument tippen.

Gruß

Uwe Ladwig

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www.Uwe-Ladwig.de


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BeitragVerfasst: Mi 18. Jan 2017, 12:00 
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Registriert: Di 17. Jan 2017, 16:19
Beiträge: 2
Sehr geehrter Herr Weller, sehr geehrter Herr Ladwig,

vielen herzlichen Dank für Ihre prompten und informativen Antworten.

Ich hätte da noch ein Altsaxophon der Gebrüder Mönnig, Markenbezeichnung Diamant, Seriennummer 7070, wissen Sie womöglich über dieses Instrument näheres?

Mit freundlichen Grüßen

T. Engelhardt


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BeitragVerfasst: Mi 18. Jan 2017, 15:55 
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Registriert: Di 02. Okt 2007, 11:17
Beiträge: 1483
Wohnort: 69xxx bei heidelberg
UweL hat geschrieben:
.

In Sonic 3.2015 (http://www.sonic.de) habe ich ein Rölz Alto #1.671 besprochen: Es hat gebördelte Tonlöchern, einen G#-Triller, Feinstimmer ähnlich wie bei Conn. Gravur: Adolf Rölz Saxophon-Erzeugung Graslitz Č.S.R. Modell JAZZ-FRIEND. Korpus/Becher-Verbindung ist ähnlich wie auch bei Saxofonen von Max Keilwerth, Hohner und G.H. Hüller. Insgesamt ist das Instrument aber im Detail keinem der in der Region ansässigen Hersteller eindeutig zuzuordnen. Deshalb würde ich eher auf ein fertiggemachtes Instrument tippen.

Gruß

Uwe Ladwig


interessant ist an diesem beschriebenem instrument, dass die seriennummer nicht eingeschlagen sondern handgraviert in punktform ist!!!. ( ist in dieser form bei Max Keilwerth, Hohner und G.H. Hüller nicht bekannt!)
siehe auch hier:
http://images.google.de/imgres?imgurl=h ... 6&biw=1600

der s bogen hat drei ringe, was auf f.x.hüller deuten könnte - jedoch läßt sich der obere "ring" (in mundstückrichtung gesehen) selbständig verdrehen OHNE dass die anderen mitgehen. eine kopplung ist nicht gegeben.
der s-bogen hat als versteifung den "man in the moon" bügel.

Grüsse


PS.ein bild wäre zweckmässig,
gerne auch an saxclar@gmx.de

RB

das findet sich auch noch im netz:



Hans Rölz, Graslitz

The first known advertisement for the Jazzophon appeared on September 15th, 1926 in the 'Zeitschrift für Instrumentenbau' from Leipzig, the trade magazine for makers of and dealers in musical instruments. It was an ad from Musikwarenfabrik Hans Rölz from the Czech Graslitz (now Kraslice). Rölz showed the Jazzophon as a novelty at the Leipzig autumn fair. The editorial columns in the Zeitschrift also paid attention to the instrument. The ad shows a sax shaped Jazzophon and also one in the form of a lyre. In March 1927, just before the Leipzig spring fair, Rölz advertised again, the lyre shaped Jazzophon had by then disappeared from the ad. The magazine had an extra jazz catalog from Rölz attached. In April 1927 he advertised once again, this time with a trumpet-shaped Jazzophon. In 1933 he published a catalog under the brand name Haro with still the Jazzophone in three variations offered, all for the same price, RM 150.

quelle
http://images.google.de/imgres?imgurl=h ... 6&biw=1600


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BeitragVerfasst: Do 19. Jan 2017, 11:04 
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Registriert: Mi 25. Aug 2010, 9:49
Beiträge: 66
Wohnort: Trostberg Obb
Den Beitrag zu Hans Rölz gibts zum Glück auch in deutsch:

"Hans Rölz

Die erste Anzeige für das Jazzophon erschien am 15. September 1926 in der Zeitschrift für Instrumentenbau aus Leipzig, das Fachmagazin für Macher und Händler von Musikinstrumenten. Es war eine Anzeige von Musikwarenfabrik Hans Rölz aus der tschechischen Graslitz. Rölz hat das Jazzophon im Herbst als Neuheit auf die Messe in Leipzig gezeigt, der Zeitschrift hat darüber geschrieben. Die Anzeige zeigt einen Saxophonförmige Jazzophon und einen Lyraförmige. Für die Frühjahrsmesse des Jahres 1927 wirbt Rölz wieder, dann ist das Lyraförmige Jazzophon aus der Anzeige verschwunden. Das Zeitschrift hätte eine extra Jazz Katalog von Rölz beigefügt. Im April 1927 gab's noch einmal eine Anzeige mit einen Trompetenförmige Jazzophon und das war's.

Rölz war ursprünglich ein Hersteller von musikalischen Spielzeug aber verhandelte aller arten Musikinstrumente. Es gab derzeit eine Niederlassung in der Tschechischen Graslitz und in den nahe gelegenen (deutschen) Klingenthal und Geschäfte in Leipzig und Berlin. Er beschäftigte damals über 200 Mitarbeiter."


Im Katalog "J.K. 33" von HARO finden sich nur auf der Seite 91 Saxophone (PAX und HARO) sowie auf Seite 111 die JAZZOPHONE, beides ohne weitere Herstellerangaben, nur Hinweise auf lieferbare Fremdfabrikate von SELMER, GUENOT und PIERRET sowie lieferbare Spezial-Liste zu Original Amerikanischen Instrumenten.

LG hinnerk


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BeitragVerfasst: Do 19. Jan 2017, 14:15 
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Registriert: Fr 29. Mai 2009, 13:54
Beiträge: 52
... möglicherweise "stehe ich auf dem Schlauch": Nachgefragt wurde wegen eines Saxofons von Adolf Rölz.

Hier stehen nun Texte zu Hans Rölz. Außer möglichen Verwandschaftsgraden kann ich keine die Sache erhellende Verbindung erkennen.

Gruß

Uwe

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BeitragVerfasst: So 05. Feb 2017, 22:57 
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Registriert: Mo 02. Feb 2015, 17:07
Beiträge: 311
Hallo Herr Weller,

könnten Sie mir bitte die folgenden Saxophone datieren?

B&S Tenorsax Seriennummer 5236
Weltklang Alto Full Pearls Seriennummer 4645 (ein ganz frühes...)

Kurz zu Rölz (Adolf Rölz hat nichts mit Hans Rölz zu tun)- siehe auch hier:

viewtopic.php?f=13&t=3204

Ich bin mittlerweile ziemlich überzeugt, dass Adolf Rölz Saxophone selbst gebaut hat.... Es bleibt spannend.

Beste Grüße,
Tobi.


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BeitragVerfasst: Mo 06. Feb 2017, 20:56 
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Metallblasinstrumentenbaumeister

Registriert: So 08. Apr 2007, 16:25
Beiträge: 1188
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Tobi,

das B & S-Tenor stammt vom Februar 1979, das Weltklang-Alt dürfte im Januar 1955 angefertigt worden sein.
Beim Alt kann ich das Herstellungsdatum aber nicht mit absoluter Sicherheit sagen, es kann auch eins / zwei Monate daneben liegen.


Mit freundlichen Grüßen

Mario Weller


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BeitragVerfasst: So 24. Feb 2019, 11:57 
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Registriert: Mo 02. Feb 2015, 17:07
Beiträge: 311
Hallo Mario,

hab jetzt nochmal 2 Fragen zu Akustik-Altos:

a) wann wurde die Seriennummer 1401 hergestellt?

b) was ist die erste bekannte Seriennummer eines Akustik-Altos? Müsste gemäß meiner Therorie nach SN 1000 und halt vor 1400 liegen.

Vielen Dank und beste Grüße,

Tobi.


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