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Forum des Musikinstrumentenmuseums Markneukirchen
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BeitragVerfasst: Fr 25. Sep 2015, 12:19 
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Registriert: Fr 25. Sep 2015, 10:14
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Einen schönen Guten Tag,

ich habe einen interessanten "Fund" - meine alte Jazz-Trompete aus meiner Jugend/Kindheit, die nunmehr gute 40 Jahre auf dem elterlichen Dachboden gelegen ist. Nach einer gründlicher Reinigung, etlichen Stunden liebevoller Polierung und Unmengen von Öl später schaut es nunmehr bis auf ein paar Dellen wieder fast, wie ein Musikinstrument aus... :v:

Ich versuche nun den Herkunft zurückzuverfolgen. Leider gibt es keinerlei Hinweise, Seriennummern, Gravur, Hersteller-Logo oder ähnliches darauf, mir sind aber einige eher ungewöhnliche Merkmale aufgefallen, die eventuell in Ihren Gegend führen könnten: vor allem der oktagonale Schallbecher und viele andere kleine achteckige Details, wie Fingerhacken, die Griffe der Stimmzüge, sogar die Wasserklappen sind achteckig ausgeführt.

Meine bisherige Recherchen nach achteckigen Trompeten führen immer wieder in den Musikwinkel. Ich stamme aus Ungarn, daher wäre ein Herkunft aus der ehemaligen DDR oder eventuell Tschechien nicht ganz unlogisch, wir waren doch damals "Brüder im Kampf gegen der Imperialismus" :rolleyes:

Es ist mir schon klar, dass hier keine Bewertungen gemacht werden, ich möchte auch auf keinen Fall verkaufen - der Wert(igkeit) würde mich jedoch insofern interessieren, ob (sollte der Hersteller überhaupt auffindbar sein) eine eher aufwendige Auslands-Reparatur der Dellen sich lohnen würde? Die hiesige Instrumentenmacher können mangels entsprechende Formen die Dellen im Schalltrichter nicht ausbügeln.

Bin sehr gespannt, ob jemand mir hier einen Hinweis geben könnte und bedanke mich im Voraus für jeder Unterstützung in meiner "forensichen Forschung".

Liebe Grüße aus Wien,

Richard Jereb.

PS: hier noch ein paar Detailangaben:

    Das Alter ist mir nicht bekannt, mindestens jedoch 1960er oder Anfang 70er - ich habe sie etwa 1975 aus zweiter Hand erstanden. Die Vorgeschichte ist völlig unbekannt, könnte eventuell auch wesentlich älter sein.

    Dürfte ein Bb Trompete sein, klingt aber ein Spur tiefer. Auf der Stimmbügel ist ein A Stimmung auch eingeritzt.

    Es handelt sich um einen nicht lackierten Instrument, ist aber teilweise zweifärbig beschichtet - dürfte aber eher nich versilbert sein, weil diese Teile waren nicht ganz so Schwarz, wie das Mundstück.

    Die markanteste Merkmal ist eine stilisierte Violinschlüssel als Logo auf dem Stimmbogen. Es ist sonst lediglich nur ein "1" auf einer der Ventile und auf der Wasserklappen eingestanzt. Die Waserklappen sind übrigens nicht aus Messing, die Farbe nach sieht es mehr nach Kupfer aus.

    Es gibt auch ein Vorrichtung für Notenhalterung, angelötet auf dem 3. Ventilzug.

    Bei genauere Betrachtung es ist mir noch eine feine Gravur entlang der Übergang von eckig auf rund aufgefallen - sogar auf der Innenseite der Trichter. Unter der Lupe sieht es nach penible manuelle Verzierung aus, was eher für Handwerkerarbeit als industrielle Fertigung sprechen könnte.

Ich versuche im Anschluß noch ein paar Detailaufnahmen hinzuzufügen.

PS2: Gar nicht so einfach... Zuerst müssen die Bilder bis Unkenntlichkeit verkleinert werden (in zwei Schirtten, erst weil die Dateien zu groß sind, dann weil die Bildabmessungen ebenfalls beschränkt sind), dann dürfen maximal drei angefügt werden... Fast so kompliziert, wie die Registrierung, ohne das Wappentier oder PLZ von Markneukirchen zu kennen...

Tipp an die Forenbetreiber: ein kleiner HInweis, wie "max. 3 x 80KB, 400x600px" würde viel Ärger sparen :yahoo:


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BeitragVerfasst: Fr 25. Sep 2015, 12:23 
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PS3 noch drei Detailphotos... Ich hoffe sehr jemand kann etwas erkennen. lg, RJ.


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BeitragVerfasst: Fr 25. Sep 2015, 17:06 
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Beiträge: 1184
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F.X. Hüller?


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BeitragVerfasst: Sa 26. Sep 2015, 9:02 
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Hmmm, danke! Frage: ist es nur geraten, oder gibt es da konkrete Anhaltspunkte?

Möglich wär's schon, aber ich glaube es ist eher unwahrscheinlich. Demnach müsste es ein Vorkriegsmodell aus Graslitz sein, an die 80-90 Jahre? Rein dem Bauchgefühl nach sieht es nicht danach aus, würde doch mehr Gebrauchsspuren/Abnützungen erwarten. Die späteren EMO kamen doch aus Mittelfranken und ich bin mir nicht sicher, ob Ernst Modl in den Nachkriegsjahren noch achteckige Trompeten produziert hat? Die EMO F.X. Hüller Modelle, die ich im Web finde, sind alle "normal" rund.

Vor allem kann ich mir nicht vorstellen, dass meine Eltern in Ungarn der 70er Jahre einen Vorkriegs- oder gar westdeutsches Instrument hätten leisten können. Solche "wiederwertige dekadente Produkte vom Klassenfeind, erzeugt durch Schweiß des ausgebauteten Proletariat" waren doch damals unbezahlbar :-)

Gibt es typische Merkmale, woran das ungefähre Alter erkenntlich ware? Materialien, Techniken, usw.? Dies könnte meine Suche erheblich einschränken...

Ich meine zum Beispiel die Beschichtung: es dürfte nicht versilbert sein, dafür war der Zustand nach 40 Jahren zu gut - praktisch nur zum Abwischen. Waren in den Vorkriegsjahren andere Materialien, wie Chrom oder Nickel schon gebräuchlich?

Ich habe das Gefühl, es wird eine interessante und lange Suche :holzhacker: und warte gespannt auf weitere Meinungen.

Danke, Grüße aus Wien, Richard.


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BeitragVerfasst: Sa 26. Sep 2015, 14:47 
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Registriert: Di 02. Okt 2007, 11:17
Beiträge: 1184
Wohnort: 69xxx bei heidelberg
@Richard,

ich ksnn nur hoffen , dass sich ein engagierter sammler hier meldet, der REGELMÄSSIG vorbei schaut. etwas geduld ist angesagt.


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BeitragVerfasst: So 27. Sep 2015, 20:57 
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Hallo,
vorweg, ich habe keine Ahnung vom Blechblas!!!!!!
Aber im Design erkenne ich den "Art Deco". Darum würde ich vermuten 1920-1940.
Ich nehme an diese Seite ist bekann: http://marge.home.xs4all.nl/Arigra.htm#.VghIayspraw
Viel Erfolg
Claus


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BeitragVerfasst: Mo 28. Sep 2015, 21:23 
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Metallblasinstrumentenbaumeister

Registriert: So 08. Apr 2007, 16:25
Beiträge: 932
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Richard,

Sie besitzen eine sehr schön gearbeitete 8-kant-Jazztrompete. Da ich schon mehrere dieser Raritäten in Händen hielt und mich damit befasse, erlaube ich mir ein Urteil abzugeben.
Es ist kein Merkmal erkennbar, was auf eine Herstellung in Markneukirchen schließen ließe. Maximal der Fingerhaken wurde so auch bei uns angefertigt.
All die von Gerard auf seiner Seite behandelten vogtländischen Werkstätten (und noch weitere), welche 8-kant produzierten, kann ich als Ursprung Ihrer Trompete ausschließen.
Das von Ihnen beschriebene "zweifarbige" Material ist nicht anderes als Messing und Neusilber. Allein schon durch die Wahl dieser einfachen Oberflächen-Kombination lässt auf ein Alter nicht vor 1970 hindeuten. Vorher -dies sehen Sie auch auf Geralds Ausführungen- wurden die 8-kant-Jazztrompeten fast ausschließlich versilbert / mattversilbert / teilvergoldet / stahlpoliert.


Mit freundlichen Grüßen

Mario Weller


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BeitragVerfasst: Di 29. Sep 2015, 9:39 
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Registriert: Fr 25. Sep 2015, 10:14
Beiträge: 4
Haben Sie vielen Dank für Ihre Beiträge,

die Ausschließung von Markneukirchen ist ein herber Schlag für mich, dies war bisher so zirka mein einziger Spur bzw. Hoffnung :-)

Ich habe mich inzwischen auch bei Trumpetmasters.com registriert und dort ist ebenfalls eine rege und sehr interessante Diskussion entstanden. Jemand aus Wien hat sich ebenfalls schon dort gemeldet - wir drei (er, Trompete und ich) werden uns hoffentlich bald treffen, ich bin sehr gespannt, was er zu sagen hat...

Einer der Tipps dort gab Kühnl & Hoyer an, deren Ventilblöcke in den 50er Jahren sahen tatsachlich verblüffend ähnlich aus (http://www.ebay.at/itm/alte-Kuhnl-Hoyer-Trompete-51203-/181845911071?hash=item2a56dc661f&clk_rvr_id=903390550702&rmvSB=true).

Obwohl ich eher nicht an einen West-Deutschen Ursprung glaube (meine Eltern hätten so etwas sich nie leisten können), werde ich mal in der Richtung auch nachforschen.

Ich werde wieder posten sobald ich etwas irgendwo in Erfahrung bringen kann.

Nochmals vielen Dank, liebe Grüße aus Wien, RJ.


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