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 Betreff des Beitrags: Querfloete Paul Krebs Erlbach
BeitragVerfasst: Mi 14. Nov 2012, 9:11 
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Registriert: Mo 23. Okt 2006, 15:00
Beiträge: 30
Liebe Forumsgemeinde,

ich habe eine Querflöte, die mit "Sinfonia" graviert ist, und auf der Rückseite mit "Meister Paul Krebs, Erlbach" und danach eine Seriennummer, 71xxx (die Wörter sind ohne Gänsefüßchen graviert). Kann mir jemand sagen, wann dieses Instrument ungefähr gebaut wurde? Wurde sie von Paul Krebs selber gebaut, oder war das eine Firma? Die Flöte hat mehr Klappen als normal, die obersten kleinen sind drei statt zwei, und im Bereich der rechten Hand sind an der Unterseite zwei zusätzliche Klappen, die man mit Hebeln zwischen den "Fingerauflegeklappen" (was für eine Wortschöpfung! :pleasantry: ) bedient. Für den Zeigefinger der linken Hand gibt es so eine Art "Abstuetzplatte" am Korpus. Sorry für meine laienhafte Beschreibung... ;-) Kennt jemand so ein Flötenmodell?

Herzliche Gruesse!


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 Betreff des Beitrags: Re: Querfloete Paul Krebs Erlbach
BeitragVerfasst: Mi 14. Nov 2012, 19:58 
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Registriert: So 14. Dez 2008, 16:55
Beiträge: 11
Paul Krebs (1915-1989) machte seine Lehre von 1930-33 bei Gustav Reinhold Uebel (sen.) in Erlbach, bei dem er später auch (bis 1939) als Geselle arbeitete. Nach dem Krieg arbeitete er von 1948 an als Holzblasinstrumentenmacher bei der Firma Karl Bauer. 1951 machte er seine Meisterprüfung, 1953 gründete er seine eigene Firma. Diese trat 1961 der „PGH Sinfonia“ bei, 1972 wurde daraus der „VEB Sinfonia“, ab 1984 „VEB B&S“. 1980 erfolgte die Vereinigung der Werkstätten Gust. Reinh. Uebel und Paul Krebs zum „Flötenbau Erlbach“. 1986 beendete Paul Krebs seine berufliche Tätigkeit, danach wurden Modell und Name Krebs nicht weiter verwendet; der Flötenbau wurde unter der Marke Gust. Reinh. Uebel weitergeführt.

@Von Paul Krebs selbst gebaut? Ich weiß nicht, wie viele Personen zu der Zeit in der Werkstatt gearbeitet haben. Der Meister selbst war damals 56 Jahre alt und höchstwahrscheinlich noch aktiv.
@ Zusätzliche Klappen: Was du beschreibst, ist ein Hoch-G-A-Triller. Diese Trillerklappe wurde im sächsischen Flötenbau gerne zugefügt; international gesehen ist sie eher exotisch.
Die Platte für den linken Zeigefinger, oft „Kissen“ genannt, ist auch eher eine sächsische Spezialität. International gehört sie ebenfalls zu den Exotica. Sie kommt oft in Verbindung mit einer Daumenstütze vor. Hiermit sollte ursprünglich dem älteren Flötisten, der mit Holz-Querflöten groß geworden ist, das Griffgefühl der (dickeren) Holzflöte vermittelt werden.
@ Baujahr: Jetzt verlasse ich den Boden gesicherter Informationen. Nach allen mir vorliegenden Informationen über Seriennummern tippe ich darauf, dass die ersten beiden Ziffern das Baujahr betreffen, also 71xxx = Baujahr 71. Zum Beispiel wurde mir vom Erst-Besitzer der Krebs-Flöte Serien-Nr. 65113 das zuverlässige Anschaffungsjahr 1965 genannt. Alle weiteren mir bekannten Seriennummern passen ebenfalls in das Schema 50er/60er/70er Jahre.


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 Betreff des Beitrags: Re: Querfloete Paul Krebs Erlbach
BeitragVerfasst: Do 15. Nov 2012, 4:56 
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Registriert: Mo 23. Okt 2006, 15:00
Beiträge: 30
Vielen Dank für die ausführliche Information! :wink2: Gibt es irgendwo noch Grifftabellen für solche Flöten?


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 Betreff des Beitrags: Re: Querfloete Paul Krebs Erlbach
BeitragVerfasst: Sa 01. Dez 2012, 2:13 
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Registriert: So 14. Dez 2008, 16:55
Beiträge: 11
Hallo jorinde,
Da ich kein Bild deiner Flöte kenne, gehe ich erst mal von einem normalen Klappensystem aus. Dann kannst du die Grifftabelle jeder handelsüblichen modernen Flötenschule verwenden. Wobei der Hoch-G-A-Triller in Standard-Grifftabellen nicht vorkommt. Den wirst du während der ersten 4 Jahre Querflöten-Unterricht wohl noch nicht brauchen. Schöne Töne!
Dudeldim


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 Betreff des Beitrags: Re: Querfloete Paul Krebs Erlbach
BeitragVerfasst: Sa 01. Dez 2012, 10:35 
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Museumsmitarbeiter

Registriert: Do 22. Dez 2005, 14:06
Beiträge: 170
Wohnort: Erlbach
hallo,
vielleicht noch kurz etwas zu Paul Krebs.
Bevor er sich in Erlbach, Eubabrunner Straße selbständig gemacht hat, arbeitete die Firma (Paul Krebs und einige Mitarbeiter) zwischen 1952-53 "in der Firma" von HB Theo Markardt in Erlbach, Bahnhofstraße 14. Damals aber schon selbständig.

Gruß Hannes


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