Basstrompete Schuster

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latuba
Beiträge: 1
Registriert: Mo 26. Feb 2007, 12:49

Basstrompete Schuster

Beitrag von latuba »

Hallo!
ich habe eine alte Basstrompete Marke "Schuster&Co Markneukirchen" aus dem Süden Berlins geschenkt bekommen. Wie alt könnte das Intrument sein? Als einzige Besonderheit ist der Rohrverlauf zu nennen, da das Mundrohr zuerst am dritten Ventil ankommt. Ich vermute das dieses Instrument auf jeden Fall von vor 1939 ist, da die Stimmung bei 435 Hz liegt. Außerdem wurde es möglicherweise bei einer Reichswehr Garnison gespielt (südl. von Berlin wimmelte es nur so von Garnisonsstädten), gibt es Unterlagen über derartige Lieferungen?
Viele Grüße
Ludwig Angerhöfer

Dr. Enrico Weller
Mitglied des Museumsvereins
Beiträge: 477
Registriert: Do 26. Jan 2006, 20:44
Wohnort: Markneukirchen

Basstrompete Schuster

Beitrag von Dr. Enrico Weller »

Lieber Herr Angerhöfer,

Ihr Instrument wurde von einer Firma gebaut, die in Markneukirchen vor und nach 1900 für einige Jahrzehnte als bedeutendste Manufaktur für Metallblasinstrumente galt. Die Firma Schuster & Co. geht auf eine Fabrikgründung im Jahre 1861 zurück, hieß von 1864-1884 „Paulus & Schuster“ und wurde 1884 in „Schuster & Co.“ umbenannt. Unter diesem Namen war man bis 1948 als Metallblasinstrumentenhersteller sowie als Händler („Fortschicker“) sämtlicher Musikinstrumente der Region tätig. Ab 1898 lautete die offizielle Firmenbezeichnung „Sächsische Musikinstrumenten-Manufaktur Schuster & Co.“, ab 1879 verwendete man eine Krone als Schutzmarke. Weitere Angaben zur Firma können sie meinem Buch zum vogtländischen Blasinstrumentenbau (S. 109ff.; 243f.) entnehmen.
Die Auflösung der Firma nach dem Zweiten Weltkrieg führte dazu, dass heute – abgesehen von einigen Katalogen - keine Unterlagen der Firma z. B. über konkrete Lieferungen erhalten sind. Aus den überlieferten Firmenbezeichnungen und dem von Ihnen ermittelten Stimmton lässt sich der Herstellungszeitraum nur grob bestimmen. Die von Ihnen geschilderte Bauweise mit dem ins dritte Ventil mündenden Mundrohr stellt bei Basstrompeten keine Besonderheit dar.

Herzliche Grüße
E. Weller

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