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BeitragVerfasst: Di 27. Okt 2009, 18:16 
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Registriert: Di 27. Okt 2009, 17:32
Beiträge: 1
Hallo,
Ich möchte die Experts folgendes vorlegen über das Älter meines Karl Hammerschmidt-Oboes:
Seit einige Zeit habe ich ein Oboe der Firma Karl Hammerschmidt und Söhne in meinen Besitz. Das Instrument hat einen schönen Klang und ist von gute Qualität. Das Holz ist noch immer schön und sei Grenadill. Das Tastensystem ist französisch (Deckenklappen), vollautomatisch, ziemlich modern (nur kein Resonanz-F) und ähnlich an profi Mönnig Oboes von die letzten Vorkriegsjahren (vor allem: Balkenwaage & roller am F-taste). Ich spiele täglich auf diese Oboe, und es funktioniert sehr gut. Sie ist in der 80er Jahre professionel generalüberholt worden, dann fast zwanzig Jahre nicht mehr benützt worden und zwei Jahre her erneut überholt.

Sie stammt aus der Gegend von Markneukirchen, da sie mit "Watzkenreuth bei Fleissen" beschriftet ist. Dazu steht die Markennahme der Firma Hammerschmidt, "Klingson" auf die Oboe.

Weil die Hammerschmidt-familie nach dem Krieg nicht mehr in Watzkenreuth tätig sein konnte, sollte das Instrument auf jedenfall 65 Jahre alt sein. Nachfrage bei die Hammerschmidt-familie in Tirol wies darauf dass es sogar aus 1910 stammen könnte.
Das wäre aussergewöhnlich, da das Französischen Klappensystem damals noch gar nicht so häufig beliebt war. Ausserdem hat das Instrument auch ein ziemlich morderner Stimmung (~440).
Hoffentlich könnt ihr mehr über mein Oboe sagen
mit freundlichen Grüssen,
Maurice
(Niederlande)
Dateianhang:
Dateikommentar: Karl Hammerschmidt oboe Klingson
klingson5.jpg
klingson5.jpg [ 71.86 KiB | 1068-mal betrachtet ]


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BeitragVerfasst: Mi 28. Okt 2009, 0:06 
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Mitglied des Museumsvereins

Registriert: Do 26. Jan 2006, 20:44
Beiträge: 453
Wohnort: Markneukirchen
Lieber Maurice,
mit Ihren Vermutungen zur Instrumentendatierung (ca. 65-70 Jahre) dürften Sie richtig liegen. Das Modell „passt“ wirklich eher in die Zeit vor dem ersten Weltkrieg.
Das „Zeitfenster“ für die Herstellung der Oboe könnte man zwischen der Normierung des Kammertons 1939 und der Vertreibung der Familie Hammerschmidt aus Watzkenreuth 1946 setzen. Das mag aber zu einfach sein, denn vor 1939 wurde gelegentlich auch schon höher als 435 Hz gestimmt.

Einen weiteren Anhaltspunkt sollte man in der Einführung und im Schutz der Marke „Klingson“ suchen. Dazu habe ich aber auf die Schnelle nichts Genaues gefunden. Das müsste aber in der Firma bekannt sein, vielleicht finden Sie es ja heraus und können hier im Forum davon berichten.

Die Annonce der Firma Hammerschmidt im Weltadressbuch von 1930 enthält noch keinen Hinweis auf die Marke "Klingson". Vielleicht ist sie ja auch erst in den 1930er Jahren verwendet worden. Das würde, genauso wie der Bau des Konservatoriumssystems, in die allgemeine Aufschwungphase passen, die der Holzblasinstrumentenbau im Vogtland und in Westböhmen im bläser- und militärmusikfreundlichen Dritten Reich erlebte.

Viele Grüße
E. Weller


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