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 Betreff des Beitrags: Brandstempel doppelte Lyra
BeitragVerfasst: Sa 06. Apr 2013, 10:00 
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Registriert: Fr 05. Apr 2013, 9:47
Beiträge: 3
Guten Morgen,

meine Frage: Welcher Hersteller, ggf. Händler verwendet(e) den auf dem anl. Foto sichtbaren, auf dem Bodenzäpfchen befindlichen Brandstempel ? Mittel-/Süddeutschland?? Ggf. Eigentumszeichen??

Vielen Dank für Ihre Mühe - und den Betrieb dieses so qualifizierten Forums überhaupt.

Mit freundlichen Grüßen Haka


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3-4 Geige 2.jpg
3-4 Geige 2.jpg [ 26.55 KiB | 908-mal betrachtet ]
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 Betreff des Beitrags: Re: Brandstempel doppelte Lyra
BeitragVerfasst: Sa 06. Apr 2013, 12:26 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 446
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Haka,

für mich ist das keinesfalls eine doppelte Lyra, und auch nicht, wie ich zuerst dachte, ein Davidsstern sondern das sind zwei übereinander gelegte Triangeln (oben und untern offen). Leider ist das Foto recht unscharf. Können Sie vielleicht bitte noch einmal versuchen, eine schärfere Abbildung hochzuladen?

Ich muß dieses Zeichen schon einmal bei einem vogtländischen Instrument gesehen habe, komme aber momentan einfach nicht drauf, welcher Händler dieses Zeichen hatte... :pardon: Wenn es mir wieder einfällt, melde ich mich wieder.

Mit freundlichen Grüßen

Udo


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 Betreff des Beitrags: Re: Brandstempel doppelte Lyra
BeitragVerfasst: Sa 06. Apr 2013, 16:43 
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Registriert: Fr 05. Apr 2013, 9:47
Beiträge: 3
Besten Dank - Davidstern dachte ich auch beim ersten Blick, ist es sicher nicht, sondern wohl zwei Triangel, deren offene Enden nach außen umgebogen sind - schärferes Foto in sendbarer Größe leider nicht zur Verfügung
Mit freundlichem Gruß Haka


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 Betreff des Beitrags: Re: Brandstempel doppelte Lyra
BeitragVerfasst: So 07. Apr 2013, 13:58 
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Metallblasinstrumentenbaumeister

Registriert: So 08. Apr 2007, 16:25
Beiträge: 960
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Haka und Udo,

ich meine mit den beiden zu einem Davidstern verbundenen Triangeln das Markenzeichen des Markneukirchner Händlers Ludwig Heberlein, gegr. 1852, erkannt zu haben.

Alles Weitere wird dann sicher Udo berichten können.


Mit freundlichen Grüßen

Mario Weller


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 Betreff des Beitrags: Re: Brandstempel doppelte Lyra
BeitragVerfasst: Mi 10. Apr 2013, 10:20 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 446
Wohnort: Markneukirchen
Hallo Haka und Mario,

es tut mir leid, der Udo kann da kaum mehr dazu sagen, außer daß die Firma Ludwig Heberlein 1852 gegründet wurde und der Firmensitz in der Klingenthaler Straße war.

Mehr weiß ich leider nicht.. Ich freue mich aber sehr, daß Mario das Zeichen erkannt hat, Hut ab!!

Mit freundlichen Grüßen

Udo


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 Betreff des Beitrags: Re: Brandstempel doppelte Lyra
BeitragVerfasst: Sa 13. Apr 2013, 23:39 
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Mitglied des Museumsvereins

Registriert: Do 26. Jan 2006, 20:44
Beiträge: 421
Wohnort: Markneukirchen
Guten Abend,

da ich mich nicht so oft zu den Streichern verirre, kann ich nur noch eine Ergänzung bringen. Zum Vergleich die Schutzmarke, wie sie 1912 im Katalog zu finden ist. Und für die Ortskundigen: Das Gebäude der heutigen Förderschule war früher Wohnhaus und Firmensitz von Ludwig Heberlein.

Interessant ist immerhin, dass man dieses Zeichen so deutlich an einer Geige verwendet hat.

Viele Grüße
E. Weller


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 Betreff des Beitrags: Re: Brandstempel doppelte Lyra
BeitragVerfasst: Mo 06. Mai 2013, 20:22 
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Registriert: Fr 05. Apr 2013, 9:47
Beiträge: 3
Leider kann ich mich erst heute bei den Beteiligten bedanken für die Recherche des Firmenzeichens ! Ein toller Blog und nochmals herzlichen Dank!


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 Betreff des Beitrags: Re: Brandstempel doppelte Lyra
BeitragVerfasst: So 04. Aug 2013, 15:16 
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Registriert: So 03. Mär 2013, 9:41
Beiträge: 12
Wohnort: Wien
noch was zu Heberleins (da ich immer noch die Geschichte meiner Gitarre mit den Davidsternen erforsche, hab ich mich auch zu den Geigern verirrt). bloß fürs Archiv:

"Here's what Henley says(be patient, there was a Battalion of Heberleins)
Bear in mind that Henley died in 1957, and, although the book was printed in 1973,some of these makers were still living when this information was compiled.

ALBERT-born 1898 Worked Markneukirchen. fairly good workmanship.attractive varnish
ALBERT THEODOR Born 1880 Worked Markneukirchen Splendid modeling, Cremonese and Neapolitan models.
ALBERTO- born 1860 Markneukirchen worked in Mexico, 1905. refined workmanship, orange to red spirit varnish.
ARNOLD made bows(no dates given)
CARL AUGUST 1805-1875 Markneukirchen Excellent commercial grade instruments. official maker to the Dresden court.
CHRISTIAN AUGUST 1814-1894 Markneukirchen Made really fine double basses.
CHRISTOPF 1690-1761 Markneukirchen. Very ordinary violins & cellos. Usually yellow varnish.
CONRAD Born 1878 moved to the US in 1903. He worked at Chicago, Philidelphia and St Louis.
Ernst J. Born 1866 Good maker, undated work
Heinrich Richard Born 1847, worked at Markneukirchen 1880-1920 Honored for some very good double basses.

(sheesh, there are a lot of these guys. I hope you appreciate this info)

Heinrich Theodor Junior 1843-1910
This is the largest entry of all the Heberleins. Basically, he made commercial instruments that were a great step above the typical Markneukirchen products.
He knew that good business instincts alone weren't enough, and didn't stint on quality.
He won many medals, imitated the masters well,invariably used perfect wood,made an excellent violin, even though it was "made to a price"
Also made violas, cellos, and bows, all low-priced, but excellently made
The labels are of two types:
Heinrich Th. Heberlein Jun.
fecit Markneukirchen. anno 1XXX
(with initials double circled in right-hand corner)
and
Heinrich Th. Heberlein Jr.
Markneukirchen 1XXX
Imitation <famous maker name>
(Initials placed in a design)

Johann Gottlob 1782-1856 Excellent work, argued as the best of the Markneukirchen school(Henley didn't think so, but some did, apparently)
Max 1869-1942 Worked at Lyon & Healy.
Paul, Son and pupil of Heinrich Thodor Jr.(nothing but the name is listed for paul)
Ludwig Fritz- 20th century, made cheap violins, plain material, ordinary workmanship
Richard born 1862, established in Nuremburg in 1894. Extremely well thought of maker. According to Henley's apparent opinion, the best of the Heberleins.
Well, that's it.
All the legitimate Heberleins. Frederich August is not mentioned in Henley's, so it is probably a fake name, but I can't say for sure."
PhilipKT in:
http://www.maestronet.com/forum/index.p ... jr-violin/

++++++++++
Zettel: zumindest bis 1902 - damals hatten sie noch für Wurlitzer gearbeitet - ein anderes Logo (mit den Initialen), vieleicht hatte sie sich danach selbständig gemacht?

und zu Triangeln/Davidstern:

Garret Park guitars behauptet,
"1924 Lud Heberlein Style II Violin. Marked with number 1200. This is a post WWI jewish luthier made in Germany."
schreiben kann man natürlich viel. Heberleins gabs solche und solche. Weiss jemand was?"

Falls ihr mehr über Verbreitung/Wichtigkeit des Hexagramms/Davisterns im Vogtland wissen wollt, gerne mehr.
Stimme da Dr. Weller zu: "Interessant ist immerhin, dass man dieses Zeichen so deutlich ..."
liebe Grüße aus Wien


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 Betreff des Beitrags: Re: Brandstempel doppelte Lyra
BeitragVerfasst: Do 11. Aug 2016, 22:02 
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Registriert: Do 11. Aug 2016, 21:40
Beiträge: 1
Dateianhang:
Dateikommentar: Korpus
IMG_3241_small.jpg
IMG_3241_small.jpg [ 28.01 KiB | 1386-mal betrachtet ]
Guten Abend,

ich weiß nicht, ob sich dieser schon etwas ältere Thread wiederbeleben lässt, aber ich versuche es mal – wenn nicht, lässt sich ja ein neuer starten. Auf der Suche nach Informationen zu dem rätselhaften Symbol hatte ich mich an das Museum in Markneukirchen gewandt und wurde hierher verwiesen. Leider lässt sich das ursprünglich gepostete Bild nicht mehr anzeigen, ich kann also nur vermuten, dass es sich bei dem Symbol um das handelt, das sich auch auf meiner Geige befindet (siehe Bilder).

Ich hielt es zunächst selber für einen Davidstern, ein schottischer Musiker bezeichnete es als zwei verflochtene "music triangles", erst da kam ich darauf, dass es etwas anderes sein könnte. Sollte es sich wirklich um das Zeichen des Händlers Heberlein handeln, lässt sich dann anhand von Lackierung oder anderen Merkmalen herausbekommen, wer mein Instrument genau gebaut hat? Hinsichtlich der zeitlichen Einordnung scheiden sich die Geister. Der Verkäufer (selber allerdings kein Geigenbauer) datierte sie auf etwa 1900, ein dänischer Geigenbauer, dem ich sie kürzlich gezeigt habe, hält sie für etwas älter (zwischen 1870 und 1890). Man sieht das auf dem Korpus-Bild nicht gut, aber ich würde den Lack als eher grünlich bezeichnen.

Weiß jemand etwas darüber? Und falls wirklich noch jemand nach drei Jahren mitliest, ja, mich würde auch die Geschichte des Symbols im Vogtland sehr interessieren, oder eine Angabe wo sich dazu Informationen finden lassen. Ich will seit langem Licht ins Dunkel der Geschichte meiner Geige bringen und freue mich über jeden Tipp. Danke fürs Lesen!


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Dateikommentar: Symbol
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