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Forum des Musikinstrumentenmuseums Markneukirchen
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Alle Zeiten sind MEZ




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BeitragVerfasst: So 15. Jul 2007, 17:38 
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Mitglied des Museumsvereins

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Wohnort: Markneukirchen
Heidrun Eichler hat geschrieben:
Die Kreativität jedenfalls nicht. Die Mangelwirtschaft förderte sie geradezu und so wird auch heute bei uns (zu meinem Leidwesen) nichts weggeworfen, man könnte es ja noch zu irgendetwas gebrauchen.



Diese prägende Angewohnheit der meißten "älteren" Leute im Osten ist für mein Hobby äußerst förderlich. So ist die Ersatzteilbeschaffung auf Jahrzehnte gesichert. Ein Hoch auf die Mangelwirtschaft :lol: ;)


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BeitragVerfasst: Mo 16. Jul 2007, 6:18 
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Das gibts hier aber auch noch. Nur daß bei uns die "älteren" Menschen wahrscheinlich noch älter sind und aus der Kriegs- bzw. Nachkriegszeit sind. Danach kamen ja schon die "Wegwerf-Menschen".
Ich kenne jemanden, der sich für jede Schraube, die er auf der Straße liegen sieht, bückt. Seine Garage sieht aus, wie ein Metall- und Werkzeug-Lager. Schränke und Regale an allen Wänden. Von der Decke kann man eine mit Seilzug eine Konstruktion herunterlassen, die aus einer großen Platte besteht, wo auch noch aller möglicher Kram draufsteht. Und auf dem Boden ist gerade mal Platz für die Fahrspur und ein kleiner Gang zum wieder-aus-der Garage herausgehen-können. :D :D
Aber solche Menschen sind die wahrsten Fundgrube! Wenn wir etwas ganz bestimmtes suchen und brauchen, heißt es nur: Frag mal Onkel Heinz! :mrgreen:

Aber 10 oder 20 Jahre weiter...dann sind diese Menschen wohl ausgestorben.

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Manchmal, wenn ich Ruhe brauche, setze ich mich in meine Bonboniere und ein Gummibärchen hält mir die Hand.

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BeitragVerfasst: Mo 16. Jul 2007, 6:42 
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Registriert: Mi 04. Apr 2007, 16:17
Beiträge: 411
Wohnort: Mülheim/Ruhr
Irgendwo fiel hier mal der Begriff "Ostalgie".
Gibt es sowas tatsächlich bei den EX-DDRlern?
(außer Marios Trabbis.... ;) Die sind ja schon Kult! :mrgreen: )
Gibt es irgendwas DDR-typisches, das ihr persönlich auch gerne an eure nächste Generation weitergeben wollt?

Und wie sieht es die Jugend/die Kinder, die die DDR ja gar nicht mehr kennengelernt haben...gibts diese "Ostalgie" auch noch bei ihnen? Oder stehen sie nur mit Unverständnis davor....

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BeitragVerfasst: Mo 16. Jul 2007, 17:14 
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Registriert: Mi 04. Apr 2007, 16:17
Beiträge: 411
Wohnort: Mülheim/Ruhr
Zitat:
Was bei öffentlichen Veranstaltungen verpönt war, war z.B. das deutsche Volksliedgut a la Heino.



Was war denn mit Volksliedgut anderer Länder und Völker? z.B. Frankreich, Irland oder so

Oder durfte man nur Ostblock-Volkslieder spielen und singen?
Natürlich meine ich jetzt kein Rock-Konzert ;)

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BeitragVerfasst: Mo 16. Jul 2007, 19:29 
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Geigenbaumeister

Registriert: Do 02. Feb 2006, 11:16
Beiträge: 446
Wohnort: Markneukirchen
Gabi hat geschrieben:
Gibt es irgendwas DDR-typisches, das ihr persönlich auch gerne an eure nächste Generation weitergeben wollt?

Hallo Gabi!

Bei Werkstatt- Führungen nach der Wende sagte man mir mehrfach: "Bewahrt Euch diese Offenheit." Das habe ich damals gar nicht so recht verstanden.

Drückerkolonnen mancher Versicherung oder Zeitung, "Supergewinn- Chancen", Werbemüll nach Adress- Weitergabe oder - als Selbstständiger - diverse Fußangel- Branchenbuch- Angebote haben mich aber schnell gelehrt, zumindest einen Teil Verständnis für diejenigen aufzubringen, die diese Offenheit nicht an den Tag legen.

Trotzdem möchte ich sie mir bewahren und, wenn möglich, meinen Kindern mit auf den Weg geben!

Desweiteren ist auch eine Portion Improvisationsfähigkeit - zu DDR- Zeiten fast überlebenswichtig - für mich wert, weitergegeben zu werden. Beispiel: DM waren für mich unerreichbar und damit auch die Daumennagel-großen Hobel, die man für das Wölben einer Geige unbedingt braucht. Aber ein Abfallstück Messingblech konnte man beim Metallblasinstrumentenmacher bekommen, ein zerbrochenes Kaltsägenblatt war auch zu beschaffen, eine Hartlötpistole hatte ich schon eher mal gekauft - man weiß ja nie, wozu man die brauchen kann, und das Gebläse bot ein alter Staubsauger. Na und nach ein paar Anläufen konnte ich mir meine Hobel selber herstellen und das auch noch genau so, wie ich mir das vorstellte.

Und wenn nicht irgendwann auf Erdgas umgestellt worden wäre, hätte ich diese Löt- Ausrüstung wohl noch immer im Einsatz. Es muß nicht immer das neueste, größte, tollste, teuerste sein. (Da ist auch so etwas weitergebenswertes.) Der Staubsauger tut's übrigens immer noch. :lol:

So, das reicht erst mal. Die anderen haben sicher auch noch etliches beizutragen.

Gruß

Udo


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BeitragVerfasst: Mo 16. Jul 2007, 21:47 
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Registriert: Fr 01. Jun 2007, 9:15
Beiträge: 132
Da hat Heidrun die Threads (ich sag immer Freds) aber mächtig verstrubbelt. Das ist ja ein Qasselthema und könnte 8) auch zusammengesetzt/-gefasst werden. Ehe es aus dem Ruder läuft.... :roll:

Gabi, z.B. irische Folklore (die ist super, die kriegen mehrstimmige Satzgesänge hin, dass Gänsehaut kommt) war eigentlich nie ein Thema. Folklore aus Ungarn, der Sowjetunion usw. hatten wir schon. Manchmal auch notgedrungenermaßen.

Man wächst so auf, wie man es "von oben" diktiert bekommt, denkt sich nicht das Allermeiste dabei und doch wird man geprägt. Das funktioniert auch heute noch so.

Zu den herausragendsden Eigenschaften, die auch ich gerne an meine Kinder weitergeben möchte (chanchenlos :( ) ist Udos "Improvisitations-Notwendigkeit" Geht nicht?....Das gabs in der DDR schon erst mal garnicht!!!

Und es wurde genauso wie heute gemacht: über einen Wert. Zu DDR-Zeiten waren es Engpassartikel oder Leistungen (da war der Handwerker [Maurer, Elektriker etc.] noch wer).

Heute geht es genauso: Es gibt nichts, was es nicht gibt...halt für das schnöde Mammon.

Grüsse Norbert


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BeitragVerfasst: Di 17. Jul 2007, 7:23 
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Registriert: Mi 04. Apr 2007, 16:17
Beiträge: 411
Wohnort: Mülheim/Ruhr
Zitat:
Da hat Heidrun die Threads (ich sag immer Freds) aber mächtig verstrubbelt. Das ist ja ein Qasselthema und könnte auch zusammengesetzt/-gefasst werden. Ehe es aus dem Ruder läuft....


Heidrun ist Chef!
Heidrun darf das! :mrgreen:
....und da Heidrun diese Rubrik eingerichtet hat, ist das ok. :lol:

Ich weiß ja nicht, wie die anderen Wessies das sehen (die sagen ja nix)...aber ich finde dieses Thema super-interessant. Es trägt ja auch dazu bei, z.B. die Firmengeschichten der Instrumentenbauer in der DDR besser zu verstehen! Oder etwa nicht? :keule: :roll: ;)

Ich kann mir auch nicht so recht vorstellen, daß dieses Improvisations-Talent weitergegeben werden kann. Leider! :cry: Es gibt doch heute alles...ok...manchmal für viel teures Geld! Ich denke, daß die "Erfinder aus der Not heraus" aussterben werden :(

Noch mal eine Frage an Udo:
Du hast irgendwo erzählt, daß du dich erst nach der Wende selbstständig machen konntest. (Oder habe ich das auf deiner Web-Seite gelesen???) Wie sah das vorher aus?
Haben die Geigenbauer alle in einer großen Fabrikhalle gesessen und ihre Geigen gebaut? (So hatte ich mir das vorgestellt :oops: :oops: ) Oder hattet ihr alle eine eigene kleine Privatwerkstatt (so hört sich das ja jetzt eher für mich an) und habt nach bestimmten Vorgaben eure Instrumente gebaut, die dann über einen bestimmten Händler verkauft wurden....

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