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Forum des Musikinstrumentenmuseums Markneukirchen
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Alle Zeiten sind MEZ




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BeitragVerfasst: Do 12. Jul 2007, 6:00 
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Registriert: Mi 04. Apr 2007, 16:17
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Guten Morgen, Norbert

Jetzt können wir ohne schlechtes Gewissen weiterreden....Heidrun hat aufgeräumt! :wink:

Korea und Vietnam ist aber extrem....Da will ich mit 50 auch nicht hin!

Ich denke, die Ost-Meckerer sind so unzufrieden, weil sie plötzlich merkten, daß der goldene Westen gar nicht so goldig ist...Hier gabs zwar alles - aber wer hatte schon das Geld dafür, sich das alles zu kaufen. Meine Eltern konnten es sich nicht leisten, ihren Töchtern die begehrten Markenjeans zu kaufen....Telefon und ein winzig kleines Familien-TV gabs erst in den 70er Jahren; da war ich Jugendliche. Autos wurden auf Kredit gekauft. Arbeitslosigkeit gabs hier schon immer. usw. usw.
Warum die West-Meckerer meckern....hm....weil die Ost-Meckerer so unzufrieden sind?

Ich gebs zu...ich hab auch schon mal gemeckert. :oops:
....als ich in Meck-Pom gesehen habe (ein paar Jahre nach dem Mauerfall), was es da für schöne Straßen gibt, während bei uns die Schlaglöcher immer größer wurden, weil dafür kein Geld mehr da war.

Das Schlimmste ist, daß es immer noch dieses Denken "Ost - West" gibt.
Irgendwie sind es, in den Köpfen der Menschen, immer noch 2 Länder/Völker. :(

Liebe Grüße,
:) Gabi

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Manchmal, wenn ich Ruhe brauche, setze ich mich in meine Bonboniere und ein Gummibärchen hält mir die Hand.

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 Betreff des Beitrags: Ossi-Wessi?
BeitragVerfasst: Do 12. Jul 2007, 7:05 
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Museumsmitarbeiter

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Interessantes Thema, werde mich bald dazu äußern, aber später.

Nur kurz meine Erfahrung: es gibt Menschen, die gewisse Klischees erfüllen, aber im Großen und Ganzen gibt es genauso viele "blöde" Ostdeutsche wie Westdeutsche und in unserer Branche, wo die Musik, die Sprache ist, sind sich Menschen sehr ähnlich in ihren Ansichten und Charakteren. :rocker:
Dasgleiche lässte sich von Politikern sagen. :mrgreen:

Einen schönen Tag
Heidrun


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BeitragVerfasst: Fr 13. Jul 2007, 0:51 
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Machen wir weiter in "Ost-Westgeschichte(n)"? :) Es wäre gut, wenn dort noch so ein paar Anek-toten von anderen kämen.... :)

Wenn man als Musiker oder als Band es einmal geschafft hatte, dank Spielerlaubnis und Einstufung auf die öffentliche Bühne zu dürfen, ging der Trödel genauso wie heute los: Zum potentiellen Veranstalter hin, wir würden gerne da und dort spielen, Geld, Vertrag usw.

Es sei denn, man war bei der KGD (Konzert-und Gastspieldirektion...eine staatliche Institution) "gelistet".Diese Listung bekam man manchmal mit einem Glas Landhonig oder einem Kasten Radeberger Export Pilsner als Bestechung hin.

Aber, und das ist auch wichtig, man musste als Musiker oder Band blattsicher sein. Tokio Hotel hätte es nie geschafft. :)

Das hiess: ca.2 Wochen vor Auftritt bekam man von der KGD die Bestätigung: Auftritt im Ort B mit Künstler XY. Keine Noten vorweg. Die PA hatte sowieso die Band zu stellen- woher auch immer.
Die Termine, die man sich selber mit irgendwelchen Kneipern zwischendurch gemacht hatte....vergiss es...die KGD ruft.

300 km gefahren (hiess also früh los), aufgebaut, dann kam aber nicht Künsteler XY, sondern Künstler XYZ. Dafür zumindest manchmal mit Noten.

Kurze Probe mit Titeln, die man noch nie im Leben gehört hatte, und dann sassen unten 500 Mitarbeiter eines VEB`s, die erwarten konnten, dass es "wie von Platte" kommt.

Ich habe hinter einigen damals aktuellen Interpreten gestanden und muss dennoch sagen: dass waren (und sind sie ja teilweise heute noch) alles studierte Leute gewesen.Da drehte sich z.B. die Aniko (Ungarn) während der kurzen Probe um und sagte zu mir im schönsten ungarischem Deutsch " Junger Mann, da steht C7/5. Spielen Sie das bitte auch so, ich brauche den Akkord."

So etwas, wie z.B. die nein, nicht die Engel :lol: (und das ist rein subjektiv) hätte man zu DDR-Zeiten garnicht auf eine Bühne gelassen.

Ehe jetzt hier die Meinung aufkommt, ich sei ein verbissener oder verbitterter alter DDR-Musiker....nein , bin ich nicht. Ich sehe es eher glashart, manchmal natürlich wehmütig (geb ich zu) und manchmal mit 3 lachenden Augen :lol:

Grüsse Norbert


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 Betreff des Beitrags: Ossi-Wessi
BeitragVerfasst: Fr 13. Jul 2007, 6:48 
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Registriert: Mi 04. Apr 2007, 16:17
Beiträge: 411
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NORBEEEEEERT :o :o :o
3 Augen?????
Die DDR war ja noch exotischer als ich dachte... :mrgreen:

Es wurde doch auch gesagt, was man spielen durfte und was auf gar keinen Fall, oder?
Saßen da immer ein paar Kontrolleure im Publikum, die auch darauf geachtet haben?

Ich kann da nun so gar keine West-Geschichten zu beitragen...

Wir haben übrigens in den 70ern/80ern gerne die Puhdys gehört....und Karat. ;)
Ich weiß gar nicht mehr, ob es die Platten hier zu kaufen gab oder ob es da jemanden im Freundeskreis gab mit Beziehungen nach "drüben".

Grüße an die DDR-Rocker
:) Gabi


PS. Ich seh gerade, daß Heidrun ihren letzten Beitrag mit "Ossi-Wessi" betitelt hat.... :D :D :D Dann darf ich das auch :mrgreen:

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BeitragVerfasst: Fr 13. Jul 2007, 10:45 
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Registriert: Fr 01. Jun 2007, 9:15
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Hallo Gabi,

ja, es gab eine ähnliche Institution, wie die heutige GEMA. Das war die AWA(keine Ahnung, was es ausgeschrieben heisst). Die AWA regelte die Urheberrechte von DDR-Künstlern und hatte noch eine zweite Aufgabe.

Es gab die Regel für einen Musiker auf der Bühne: 60% des Repertoires Osttitel, 40% konnten internationale sein. Das kontrollierte manchmal die AWA. Dazu bedurfte es einer Liste, die mitzuführen war, was alles gespielt wurde.
Nun wollten aber die wenigsten Menschen Ost-Musik an einem Tanzabend hören. Man half sich als Band, einen oder zwei aktuelle Ost-Titel spielen zu können und den Rest bis zu 60% mit"Eigenkompositionen" (die es natürlich nicht gab) aufzufüllen. Forderten die Kontrolleure, so einen Eigenkomposition nun doch zu spielen, wurde einfach eine Harmoniefolge festgelegt und der Sänger musste sich schnell einen Text einfallen lassen. :mrgreen:

Was bei öffentlichen Veranstaltungen verpönt war, war z.B. das deutsche Volksliedgut a la Heino. Mit dem Nachspielen von Alice Cooper Titeln kam man auch nicht gut an.
Ob es direkt eine Indexliste gab, weiss ich nicht.

GRüsse Norbert


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BeitragVerfasst: Fr 13. Jul 2007, 12:08 
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Geigenbaumeister

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AWA war die "Anstalt zur Wahrung der Aufführungsrechte auf dem Gebiete der Musik" - laut "Großes Abkürzungsbuch", VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1978

Gruß

Udo


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BeitragVerfasst: Fr 13. Jul 2007, 16:07 
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Alice Cooper neben Heino :D :D :D :D :D :D :D
Besser gehts nicht!!!!!! :mrgreen:

Übrigens: Heino war im Westen auch verpönt. Das ging dann mal höchstens im Seniorenheim...
Komischerweise kannte man als Jugendlicher alle seine Lieder und konnte seine Texte singen! :o :D

Jetzt will ichs mal wieder genau wissen ;)
Worauf stand man denn so in der DDR?

Was passierte denn, wenn eine Band/ein Musiker erwischt wurde, weil sie/er zuviel WestMusik spielte? Auftrittsverbot für alle Zeiten? Geldstrafen?

Grüße, :) Gabi

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BeitragVerfasst: Fr 13. Jul 2007, 20:47 
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Danke, Udo, ich hätts nicht mehr gewusst.

Gabi, die Ätherwellen kamen ja überall hin, also war das "in", was gerade angesagt war. In der aktuellen Westhitparade selbstverständlich.(Radio Luxembourg "Die grossen Acht", "Die Hitparade", Soldatensender, RIAS)Das wurde, je nach Empfang (die Berliner hatten es da gut :mrgreen: ) aufgenommen, einer musste sich hinsetzen und für alle die jeweiligen Noten schreiben und der Sänger hörte sich den Text runter. Und dann wurde das gespielt! Eine Partitur, wie es üblich ist, gab es nicht.

So um 1980 rum liess das mit den Kontrollen der AWA hinsichtlich 60/40 nach, und man konnte eigentlich (mit Vorsicht natürlich) spielen, wie man dachte.

Zum Thema Verbot kann ich ein persönliches Erlebniss beitragen: Unser Schlagzeuger stellte um 1985 herum den Ausreiseantrag in die BRD. Damit war es das für ihn mit Auftritt. Wir anderen Bandmitglieder wurden "einbestellt" auf den Rat des Kreises, Abt. Kultur. (vergleichbar mit dem jetzigen Landratsamt)
Wir hatten nun sowieso ein Problem mit der Suche nach einem neuen Schlagzeuger und sollten nun dort auch noch eine "Abgrenzungserklärung" unterschreiben, was nichts anderes hiess: Wir distanzieren uns von diesem Menschen!
Haben wir nicht getan, denn rein menschlich war unser Trommler o.k. Damit waren wir aber als Band bei der KGD draussen...Alles belegbar und keine Ostalgie. Zusätzlich hatten wir urplötzlich einen Prüfer vom Finanzamt am Hals.

Gabi, es war nicht anders als heute, nur die Vorzeichen waren anders. George Orwell hätte seine helle Freude. Damals und heute.

Grüsse Norbert


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BeitragVerfasst: Sa 14. Jul 2007, 6:48 
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Lieber Norbert

Zitat:
Damit waren wir aber als Band bei der KGD draussen...


Und dann????? Was habt ihr dann gemacht????

Dieses Musikmachen, diese Band mit den Auftritten....konnte man das in der DDR als Beruf machen? Konnte man davon leben? Oder war es eher ein Hobby..
Wie war das bei dir?

Viele Grüße,
:) Gabi

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BeitragVerfasst: Sa 14. Jul 2007, 12:42 
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Dazu muss man etwas weiter ausholen:

Es gab in der DDR offiziell keine Arbeitslosen und eine Pflicht zur Arbeit für Jeden. Notorische Drückeberger wurden da auch schnell mal früh mit der Polizei in den Betrieb geholt. Natürlich versuchte sich der Eine oder Andere dauerhaft zu drücken, das lief dann unter "Asozial" und wenn man es übertrieb, wurde man verhaftet. Schlicht und ergreifend eingesperrt. Ganz am Rande: das allgemeine Sozialverhalten wurde beobachtet. Wenn z.B. ein 17-jähriges Mädchen nicht zur Lehre erschien, abgängig war und sich durch die Weltgeschichte schlief, so war sie eine "HWG-Person" (häufig wechselnder Geschlechtsverkehr).

Berufsmusiker konnte man sehr wohl werden, es ausüben und verdiente normal. Die Voraussetzung war allerdings ein Musikhochschulstudium. Ohne dem Abschlus bekam man die Zulassung nicht.

Mir war jegliches Studium (ich wollte Lehrer oder Musiker werden) verwehrt, da ich katholisch und ohne Jugendweihe war. Damit kam ich nicht mal auf die Penne, die eh Voraussetzung gewesen wäre.

Also haben wir es als (teures) Hobby betrieben.

Die KGD hatte nur den Vorteil, mal ab und zu gebucht zu werden und dass man für 1,5 Stunden Programmbegleitung dasselbe Geld bekam, wie für einen 5-Stunden selbstgemanagten Tanzabend.

Als von der KGD nichts mehr kam, haben wir uns eben, wie immer die Auftritte selber gesucht.

Grüsse Norbert


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BeitragVerfasst: Sa 14. Jul 2007, 14:12 
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Hat man nicht ständig Angst gehabt, bei irgendetwas entdeckt und bestraft zu werden?

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BeitragVerfasst: Sa 14. Jul 2007, 21:27 
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Auch wieder salomonisch: Ist es heute besser...anders? :grübel: :roll:

Solange man sich "in der Spur" hielt (die mit fortschreitendenden DDR-Jahren immer breiter wurde), brauchte man nicht allzuviel befürchten. Eklatante Fehlhandlungen wurden natürlich sanktioniert. Heute auch. Stelle z.B. Deinen Rolli für eine halbe Stunde auf einem deutschen Bahnhof ab....Der ist nicht weg...nein, eher Du.... :mrgreen:

Grüsse Norbert


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BeitragVerfasst: Sa 14. Jul 2007, 22:49 
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Museumsmitarbeiter

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Ich verfolge ganz gespannt Eure Unterhaltung und überlege, wie wir Gabi unsere Geschichte plausibel erklären können. Es war tatsächlich nicht so viel anders als heute. Früher war's die AWA, heute ist es die GEMA, die bei einem Versäumnis Briefe verschickt, dass man sich gleich als Verbrecher fühlt. Früher wurde man in seiner Entwicklung gehemmt, wenn man nicht staatskonform war ( das begann schon mit den Jungen Pionieren), heute ist es das verkorkste Schulsystem (Entscheidung mit 10 Jahren, ob Gmynasium oder nicht) und das verflixte Geld, das die Eltern verdienen können oder nicht. Und so könnte man vieles aufzählen.
Es wünscht sich kein normaler Mensch die Mauer zurück, nur, um das mal klarzustellen, aber ich persönlich hätte eben auch manches übernommen (jetzt kommt der berühmte Satz: "nicht alles war schlecht") und zum Teil werden eben solche Dinge heute von Politkern tatsächlich vorgeschlagen. Ich wünschte mir ein einheitliches Schulsystem für ganz Deutschland und eine gemeinsame Schule bis zur 8.Klasse, dafür Klassen mit nicht mehr als 22 Schülern. Die Musikschule müsste für alle erschwinglich sein (ist sie bei uns nicht mehr, auch wenn es Förderungen für sehr gute Schüler gibt). Und Frau von der Leyen fordert eigentlich genau das, was wir in der DDR hatten, Mütter konnten (mussten) voll berufstätig sein. Ob das nun gut ist, ist eine andere Frage. Ich hätte damals gern kürzer gearbeitet mit 2 Kindern und ständiger Wochenendarbeit, aber das gab es nicht. Ob die Individualität eingeschränkt wurde? Die Kreativität jedenfalls nicht. Die Mangelwirtschaft förderte sie geradezu und so wird auch heute bei uns (zu meinem Leidwesen) nichts weggeworfen, man könnte es ja noch zu irgendetwas gebrauchen.

Das reicht mal für heute,
Heidrun


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BeitragVerfasst: So 15. Jul 2007, 0:06 
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Liebe Heidrun,

(hab ich eigentlich immer "Sie" oder "Du" gesagt" :grübel: )

prinzipiell hast Du :mrgreen: Recht.( Du scheinst mir auch vom Jahrgang garnicht so weit weg von mir zu liegen :D )

Man kann der Gabi die tatsächlichen Gegebenheiten nur berichten; verstehn wird sie es nicht können (Sorry, Gabi). Wenn man verschiedene Dinge im Leben nicht selbst erlebt hat, kann man da weder drüber urteilen noch mitreden. Das ist so.
Aber ich schätze den Wissenshunger von Gabi, der ist selten. Schade, dass ich der Einzige zu sein scheine, der dazu was schreibt.
Ich kann z.B. über die 70er/80er Jahre "im Westen" auch nicht mitreden. Das ist ein fremder Stern.

Heidrun, einfach mal den Sperrmüll bestellen, es gibt hinterher einen gnadenlosen Aufschrei und man stellt nach 2 Wochen fest.."Hab ich gehabt".... :mrgreen:.. und gut ist.
Es sei denn, Du hast die Ländereien des Vogtlandes auf Lebenszeit gepachtet und damit keine Platzprobleme :D

Zum Thema Schule: Ich habe es seit ...Moooomennt...18 Jahren 8mal. Vergiss jegliche Disskusion darüber. Es ist dekadent, und auch die v. Leyen versucht nur, das Fahrrad ein zweites mal zu erfinden. Es ist ein Trauerspiel.

Grüsse Norbert


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BeitragVerfasst: So 15. Jul 2007, 6:48 
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Registriert: Mi 04. Apr 2007, 16:17
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Liebe Heidrun, lieber Norbert

Darf ich auch DU sagen?
Ich gehöre doch auch zu eurer Altersgruppe :mrgreen:
(Irgendwo hattest du, Heirdrun, mal erwähnt, wie alt deine Kinder sind; mein Sohn ist 21...also kommt das so ungefähr hin. ...Und dann gibts da ja auch noch irgendwo hier die Fotos von mir, wo man sehen kann, daß ich keine 20 mehr bin 8) )

So wie der Westen für die Ost-Menschen ein fremder Stern war, war der Osten für uns Wessies exotisch und auch angsteinflößend. Wenn Ostdeutschland irgendwo im tiefsten Afrika gelegen hätte, wäre es genauso gewesen.
Ich kann mich an folgende Meinungen erinnern:
- Es gab Arbeit für jeden....auch wenn es eigentlich keine Arbeit gab. (Und was musste ich mich anstrengen, um einen Ausbildungsplatz und später einen Arbeitsplatz zu bekommen! ;) Studieren war nur was für die Reichen!)
- Es gab gute Betreuung für die Kinder (wie Heidrun schon sagte)
- Die Menschen wurden von jedem bespitzelt. jederzeit konnte man hinter Gitter landen.
- Das Land war "eingesperrt". eingeschränktes Reisen
- Die "armen Menschen dort" wünschten sich nichts mehr, als die Dinge, die aus dem Westen waren.
- Oft gab es dort viele Dinge nicht zu kaufen...egal ob Lebensmittel oder andere Dinge.
- schlechte Straßen; marode Häuser; alles ziemlich verfallen
- süchtig nach Infos, Nachrichten aus dem Westen
usw.
Das war das, was bei uns ankam. :?

Und an manchen Stellen der Grenze konnte man ja sogar rübergucken...
1981, bei einem Urlaub in der Lüneburger Heide, da gab es ein Dorf, was durch die Grenze mittendurch geteilt war. Da stand ich auch mal auf so einer Plattform. Aber nur ganz kurz....DAS WAR MIR SOOOOO PEINLICH!!! :oops: Ich kam mir vor wie im Zoo, wo es irgendwelche wilde Tiere zu bestaunen gab.

Die 1970er im Westen....hm...das war bei mir (und ich gehörte noch zu den Braven und Behüteten) : laute, wilde Musik; Rebellion gegen Eltern und Lehrer; Demos; Schule schwäntzen; Null Bock; Partys; Diskussionen über alles und nichts; Dauerwelle oder Fönfrisur; alles bunt und großgeblümt; usw. usw.
Es gab nur uns...die Jugend! Alle anderen waren vollkommen unwichtig! :mrgreen:

Aber das hat sich auch irgendwann wieder gelegt.... ;)

So....und nun wünsche ich euch einen schönen Sommertag.
Bis später mal
:) Gabi

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