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Märzmorgen


Märzmorgen im Riesengebirge, Gemälde von Rudolf Schuster, 1897
Die Ölgemälde von Rudolf Schuster.
Mancher Besucher wird sich über die Ölgemälde wundern, die im Treppenhaus und in der mittleren Diele des Musikinstrumenten-Museums ausgestellt sind. Es sind nicht etwa Musikmotive, sondern Landschaften, und sie stammen alle von dem Markneukirchner Maler Rudolf Schuster. Es ist eine Memorialsammlung, die auch der Rudolf-Schuster-Diele ihren Namen gibt. Der am 1. September 1848 geborene Rudolf Schuster kann insofern als großer Sohn der Stadt bezeichnet werden, als er in Dresden im Landschaftsatelier bei Ludwig Richter studierte (von 1867 bis 1873) und als einer der bedeutendsten Schüler dieses Meisters gilt. Er hat sich aber bald von der Romantik Richters mit den damals üblichen gestellten Szenen gelöst und der realistischen Landschaftsmalerei zugewandt. Dabei fand er nun die romantischen Stimmungen in der Natur direkt - sei es bei Berg- und Waldmotiven, bei alten Bauernhäusern oder im Spiel von Schatten und Licht. In manchen seiner Ölgemälde herrschen dunkle Farbtöne vor, vielleicht Ausdruck einer schwermütigen Stimmung. Schusters Leben war geprägt von vielen Wohnsitzwechseln und Reisen, in späteren Jahren von zunehmender Krankheit.
Das Museum besitzt 20 Ölgemälde von Rudolf Schuster. Im Jahre 1943 kaufte die Stadtverwaltung Markneukirchen auf Initiative von Sophie Schuster, einer Verwandten des Malers, und Apotheker Karl Voigt vom Dresdener Kunstverein acht Gemälde. Weitere acht Bilder kamen kurz danach in den Bestand. Die Motive und die Entstehungszeiten sind recht unterschiedlich. Noch ganz in Richters Romantik tritt uns das Schuster zugeschriebene Gemälde "Waldkapelle" entgegen - aus einem erleuchteten Raum voller andächtiger Menschen scheint warmes rötliches Licht, alte knorrige Eichen umgeben die Kapelle, im Hintergrund erhebt sich eine helle Berglandschaft. Rudolf Schuster hat auch Motive aus seiner vogtländischen Heimat festgehalten. 1867, mit knapp 19 Jahren, malte er das kleine Bild "Teich an der Hirschmühle". "Landwüst" ist ein Gemälde von 1896, das die schattige Rückseite des Dorfgasthofes mit einer alten hölzernen Kegelbahn zeigt, im Hintergrund die Vogtlandhöhen.
Der "Hohe Stein", ein markanter Felszug an der nahen böhmischen Grenze, ist zweimal als Motiv vertreten; wahrscheinlich entstand dort auch die "Felslandschaft". Da Schuster auf seinen vielen Reisen immer neue Eindrücke sammelte, sind Bilder mit den Titeln "Neu-Essing im Altmühltal", "Kleinsassen", "Ort in Franken" sowie eine "Alpenlandschaft Italien" dabei. Sehr dunkel wirkt auf den ersten Blick "Der Bilderhändler". Beim genaueren Hinsehen erst erkennt man die Feinheiten - auf einer Dorfstraße, die schon im Abendschatten liegt, zeigt ein Mann den neugierigen Bewohnern seine Bilder. Das Schönste aber ist die Abendsonne, die mit ihrem goldenen Licht nur noch die Dachspitzen der Häuser und den Höhenzug dahinter bescheint.
Zur XXL-Ansicht
Mondnacht in der Eifel

 
Auch das Bild "Ort in Franken" lebt von diesem Lichteinfall auf die Giebel und Dächer der alten Häuser, während der Dorfbrunnen mit einer waschenden Frau und einigen Kindern schon im Schatten hegt.
Zwei besondere Meisterwerke sind die (Gemälde "Märzmorgen im Riesengebirge" und "Mondnacht in der Eifel". Das erste zeigt im Schnee spielende Kinder,
man sieht das Tauwetter an der Wasserpfütze und am langsam frei werdenden Hang, den Hintergrund bildet der Riesengebirgskamm mit den Schneegruben und dem Hohen Rad. Das zweite Gemälde, ein sehr großes Format, offenbart auch erst bei genauerem Betrachten seine Einzelheiten, es ist ja Nacht.
Ein halb von Wolken verdeckter Mond bescheint die karge steinige Landschaft mit einem kleinen See, weidende Tiere lagern sich zur Ruhe, ein Feuer raucht. Eine solche Stimmung kann man nur nach umfangreichen Studien im Atelier malen, es gibt von diesem Motiv mehrere Fassungen. Rudolf Schuster lernte die Eifel auf zwei seiner Reisen kennen und war fasziniert von der Landschaft.Auch das Riesengebirge, die Schweizer Alpen, Südtirol und Italien regten Rudolf Schuster immer wieder zu neuem Schaffen an. Er zog ein freies, aber finanziell unsicheres Künstlerleben einer ihm angebotenen Professur in Stuttgart vor. Seine späte Ehe war nicht sehr glücklich. Als sich seine Gesundheit rapide verschlechterte, kehrte er im Sommer 1900 nach Markneukirchen zurück, wo ihn seine Mutter die letzten beiden Jahre bis zu seinem Tod am 30. Juni 1902 pflegte.
   

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